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ChatGPT Ads: Was belegt ist, was aus dem Ausland kommt und was niemand weiss

Profilfoto von Janick Rolli – Autor
Janick Rolli
· · 24 Min. Lesezeit
Das digital M.onster prüft mit einer Lupe die gesponserte Karte unter einer ChatGPT-Antwort
Inhalt

Seit dem 24. August 2026 zeigt ChatGPT auch in der Schweiz Werbung. Seit dem 31. August kannst du sie selbst buchen. Als dieser Beitrag am 5. September 2026 erschien, waren das zwölf Tage.

In zwölf Tagen entsteht keine Erfahrung. Deshalb steht in diesem Beitrag, was belegt ist: was der Kanal ist, was er kann, für wen er passt und was er kostet. Dazu die Praktiken, die im Ausland aus echten Werbekonten stammen. Sie sind als ausländisch gekennzeichnet, und weiter unten steht, warum das kein Formfehler ist.

Stand: 5. September 2026, ergänzt am 5. Oktober 2026, Nachtrag am 15. Oktober 2026. Neu ist das Ergebnis unseres eigenen Tests. Zwei Kampagnen für unser eigenes Angebot liefen vom 5. September bis 4. Oktober 2026. Sie kosteten CHF 990 und brachten 336 Klicks und eine Anfrage. Die Einzelheiten stehen unter Was wir selbst gemessen haben. Die übrigen Angaben haben wir am 5. Oktober nicht neu geprüft. Sie tragen weiter ihr eigenes Datum.

Was ChatGPT Ads ist

ChatGPT Ads ist die Werbeplattform von OpenAI. Eine Anzeige ist eine Karte mit Titel, kurzem Text, Bild und Link auf deine Seite. Sie erscheint unter einer Antwort in ChatGPT. Eine kurze Definition steht auch im Glossar.

“Unter” ist wörtlich gemeint. In einer US-Studie von SE Ranking über 50’006 kommerzielle Prompts stand jede beobachtete Anzeige unter der generierten Antwort. Pro Antwort erscheint genau eine gesponserte Karte. Ein zweiter Werbetreibender steht nie daneben. (SE Ranking, Daten vom 23. Juli 2026, veröffentlicht am 10. August 2026, Markt USA.)

OpenAI schreibt in der Mail an europäische Nutzende vom 15. August 2026: “Ads do not influence the answers ChatGPT gives you.” Die Karte ist gekennzeichnet und von der Antwort getrennt.

Die Zeichengrenzen sind eng. Titel 3 bis 50 Zeichen, Beschreibung höchstens 100 Zeichen. Wer eine Google-Suchanzeige hinüberkopiert, wird abgewiesen. (Entwicklerdokumentation von OpenAI, abgerufen am 5. September 2026. Deckungsgleich mit unserem eigenen Anlegeversuch vom 4. September 2026.)

Wer die Anzeigen überhaupt sieht

Das ist die härteste Einschränkung des Kanals. Sie gehört vor jede Budgetfrage.

Werbung sehen nur die Tarife Free und Go. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei. Minderjährige sehen keine Werbung. ChatGPT Go kostet USD 8 im Monat.

Daraus folgt eine unangenehme Rechnung. Wer beruflich viel mit ChatGPT arbeitet, hat oft ein bezahltes Abo. Diese Menschen erreichst du hier nicht. Wenn deine Kundschaft aus Entscheiderinnen und Entscheidern besteht, wirbst du in einem Ausschnitt des Marktes, den du dir nicht aussuchen kannst.

Wie viele Menschen in der Schweiz ChatGPT nutzen und welcher Anteil davon auf Free oder Go sitzt, weiss niemand. Diese Zahl existiert nicht. Wer sie dir nennt, hat sie geschätzt.

Es gibt keine Keywords

Das ist der grösste Unterschied zur Suchmaschine, und er wird unterschätzt.

Steuern lässt sich die Ausspielung über zwei Hebel. Erstens den Standort: Wählbar sind Land und Region, in den USA zusätzlich einzelne Fernsehmärkte. Die Schweiz ist bis auf Kantonsebene wählbar, das haben wir am 4. September 2026 geprüft. Ob die Kantonswahl die Ausspielung tatsächlich einschränkt, hat allerdings niemand gemessen. Belegt ist nur, dass die Auswahl angeboten und angenommen wird.

Zweitens die Kontexthinweise auf Ebene der Anzeigengruppe. OpenAI nennt sie “free-form audience or placement hints”, also freie Textbeschreibungen dazu, wann eine Anzeige nützlich wäre. In der Dokumentation stehen als Beispiele “productivity” und “team collaboration”. Das Feld ist optional, eine Höchstzahl nennt die Dokumentation nicht.

Mehr gibt es nicht. Keine Suchbegriffe, keine Match Types, keinen Suchanfragenbericht. Das ist eine andere Denkweise als klassisches Targeting: Du beschreibst nicht, wonach jemand sucht, sondern die Situation, in der jemand fragt.

Und es fehlt die andere Hälfte, die man aus Google Ads kennt. Die Kampagnendokumentation kennt keine negativen Keywords, keine Themenausschlüsse und keine Umfeldausschlüsse. Geografische Ausschlüsse kamen am 27. Juli 2026 dazu, thematische nicht.

An vier Stellen endet damit deine Kontrolle:

  • Du bestimmst nicht, neben welchem Thema deine Karte steht.
  • Du bestimmst nicht die Handlungsaufforderung. OpenAI wählt sie selbst aus vier Varianten, “automatically selected based on the ad creative and the destination experience”. Steuerungsmöglichkeiten für Werbetreibende “may be explored in the future”.
  • Du siehst die auslösende Konversation nicht.
  • Du bekommst keinen Suchanfragenbericht, also keine Rückmeldung, warum ausgespielt wurde.

Für ein viersprachiges Land kommt eine fünfte Lücke dazu: Es gibt kein Sprachfeld. Wer Deutsch, Französisch und Italienisch trennen will, kann das heute nur über getrennte Kampagnen mit kantonaler Ausrichtung versuchen. Ob das trägt, ist nicht belegt.

Was das Budget kauft

Es gibt drei Gebotsarten: pro tausend Einblendungen, pro Klick und conversion-optimiert. Der wichtigste Satz dazu steht in OpenAIs eigener Dokumentation und lautet: “Per valid click, not per conversion.”

Das heisst: Auch die conversion-optimierte Kampagne rechnet pro Klick ab. Das CPA-Gebot ist laut derselben Seite “an optimization input, not as a conversion charge”, also ein Steuerungswert, keine Abrechnungsgrösse. Dein Budget kauft Klicks. Ob daraus Abschlüsse werden, ist dein Risiko, nicht das der Plattform. Was ein CPC ist, erklärt das Glossar.

Ein Startgebot empfiehlt OpenAI nur für reine Klick-Kampagnen: USD 3 bis 5 je Klick. Für conversion-optimierte Kampagnen steht in der Hilfe ausdrücklich, es gebe derzeit kein empfohlenes Gebot. Dort setzt du auch kein Klickgebot, sondern ein Gebotslimit je Conversion, bei einem Schweizer Konto in Franken. (Hilfebereich von OpenAI, gelesen am 5. September 2026.)

Das Mindest-Tagesbudget liegt bei CHF 20 pro Tag und Kampagne. Wir haben das am 5. September 2026 gemessen: Jeder tiefere Wert wird abgewiesen, gerundet wird nicht. Ein Schweizer Werbekonto kam am 1. September 2026 unabhängig auf denselben Wert. OpenAI veröffentlicht die Mindestbudgets inzwischen selbst, in einer Tabelle mit 21 Währungen: CHF 20, EUR 15, GBP 15 und USD 25. Unsere Messung stimmt damit überein, sie war nur früher da. (Hilfebereich von OpenAI, gelesen am 5. September 2026.)

Beim Lebenszeitbudget gilt die Zwanzig-Franken-Regel nicht. Dort liegt die Untergrenze bei einem Franken. Das klingt nach einer Fussnote und ist in Wahrheit der Ausweg für kleine Tests.

Ein Rechenbeispiel dazu. Du willst einen Monat mit CHF 1’000 testen und das auf zwei Kampagnen verteilen. CHF 16.60 pro Tag und Kampagne geht nicht, der Wert liegt unter der Grenze. Bleiben zwei Wege: eine Kampagne mit CHF 20 pro Tag über fünfzig Tage, oder zwei Kampagnen mit je CHF 500 Lebenszeitbudget.

Drei Dinge dazu, die beim Planen zählen:

  • Das Tagesbudget ist ein Durchschnitt. Seit dem 27. Juli 2026 zählt der Schnitt über sieben Tage statt einer festen Tagesgrenze. OpenAI sagt dazu: “your total budget is not changing.” Wie weit ein einzelner Tag darüber liegen darf, steht inzwischen auch dort: höchstens das Doppelte des Tagesbudgets an einem Tag, höchstens das Siebenfache über sieben Tage. Bei CHF 20 pro Tag sind das höchstens CHF 40 an einem Tag und höchstens CHF 140 in sieben Tagen.
  • Conversion-Optimierung erzwingt ein Tagesbudget. Einen eigenen Monatsdeckel gibt es nicht, einen Kontodeckel auch nicht. Die Sieben-Tage-Grenze deckelt den Monat aber mit: bei CHF 20 pro Tag kann er rechnerisch nicht über rund CHF 600 gehen.
  • Prüf die Kontowährung vor dem ersten Budget. Unser Konto rechnet in Franken. Ein anderes Schweizer Konto wurde in Dollar geführt. Land, Währung und Zeitzone werden beim Anlegen festgelegt und lassen sich danach nicht mehr ändern.

Was in der Schweiz gesperrt ist

Für Kampagnen mit Zielgebiet Schweiz oder EWR gilt eine Einschränkung, die dreifach belegt ist: in der Dokumentation, in der Mitteilung an Nutzende und in der Oberfläche.

In der Entwicklerdokumentation steht:

“Custom audiences are not supported for campaigns targeting the European Economic Area (EEA) or Switzerland, where personalized ads are not yet available.”

Im Schweizer Ads Manager steht bei Zielregion Schweiz:

“Benutzerdefinierte Zielgruppen werden für Kampagnen mit Zielregionen im EWR oder in der Schweiz nicht unterstützt, da dort noch keine personalisierten Anzeigen verfügbar sind.”

Keine Personalisierung, keine eigenen Zielgruppen. Eine Kundenliste hochladen geht nicht, eine Lookalike Audience daraus erst recht nicht.

Der wichtige Teil an diesem Zitat ist das Wort “yet”. OpenAI formuliert die Sperre als vorläufig, nicht als dauerhaft. Der Weg dorthin steht auch schon fest: Personalisierte Werbung braucht in Europa eine gesonderte Einwilligung der nutzenden Person. Wenn sie kommt, ist die erreichbare Zielgruppe also nicht “alle Free- und Go-Nutzenden”, sondern nur der Teil, der ausdrücklich zugestimmt hat.

Dazu kommen Branchensperren. Politische Werbung ist weltweit gesperrt, und Anzeigen erscheinen nicht neben sensiblen Themen wie Gesundheit, psychischer Gesundheit und Politik.

Und ein Punkt, der viele Schweizer KMU direkt trifft: Für drei Dienstleistungen lässt OpenAI ausserhalb der USA keine Werbung zu. Finanz, Gesundheit und seit der Fassung vom 31. August 2026 auch Recht.

“Ads for financial services outside the US are generally prohibited.”

“Ads for health services outside the US are generally prohibited.”

“Ads for legal services outside of the US are currently prohibited.”

Werberichtlinien von OpenAI, Fassung v1.5 vom 31. August 2026, gelesen am 5. September 2026.

Das trifft Banken, Versicherungen und Vermögensverwalter. Es trifft Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Kliniken und Physiotherapien. Und es trifft Anwaltskanzleien und Rechtsberatung. Dazu kommt: Wessen Geschäftsmodell in eine solche Kategorie fällt, ist laut Richtlinie unter Umständen gar nicht zum Werben berechtigt. Es geht also nicht nur um die einzelne Anzeige, sondern um das Konto.

Drei Dinge gehören dazu, sonst liest sich die Regel härter oder weicher, als sie ist.

OpenAI schreibt “grundsätzlich” und “derzeit”, nicht “immer”. Das ist ein Zustand, kein Naturgesetz. Die Richtlinien nennen diese Kategorien ausdrücklich als solche, die schrittweise eingeführt werden. Es kann sich ändern.

Gesperrt ist die Dienstleistung, nicht die Nachbarschaft. Finanzsoftware, Budget-Apps und Finanzschulungen ohne eigene Finanzdienstleistung sind laut Richtlinie erlaubt. Fitnessgeräte und Wellness ohne medizinische Aussage ebenfalls. Eine Bank fällt raus, eine App fürs Haushaltsbudget nicht.

Merken wirst du es erst bei der Ablehnung. Eine Branchenauswahl gibt es im Werbekonto an keiner Stelle. Wir haben am 5. September 2026 danach gesucht und nichts gefunden. OpenAI ordnet dich stattdessen bei der Prüfung von Anzeige, Text und Zielseite ein, überwiegend automatisch. Eine Physiotherapie legt die Kampagne also an, bevor sie erfährt, dass sie nicht darf. Wer eine dieser drei Dienstleistungen anbietet, klärt das vor dem Budget.

Warum die Praktiken in diesem Beitrag aus dem Ausland kommen

Ab hier wird es praktisch. Und ab hier steht hinter jeder Praxis ein anderes Land. Wo unser eigener Test sie bestätigt, steht das dazu.

Das ist kein Versäumnis, sondern der Stand bei Erscheinen. Am 5. September 2026 lief der Kanal in der Schweiz seit zwölf Tagen und war seit fünf Tagen selbst buchbar. In dieser Zeit konnte niemand eine Schweizer Erfahrung gesammelt haben. Wir sagten das nicht allein. Drei Schweizer Fachquellen sagten Ende August dasselbe, jede für sich:

“Für die Schweiz existieren am 27. August 2026 weder ein Mindestbudget in Franken noch belastbare Klickpreise.” ZUMO SEO, 28. August 2026. Die Agentur stellt ausdrücklich klar, dass sie kein Schweizer Konto getestet hat.

“Für die Schweiz existiert bisher überhaupt keine belastbare Datengrundlage.” growmedia.ch, 28. August 2026.

“Es gibt keine europäischen Preis-Benchmarks: keine CPM- oder CPC-Spannen in Euro oder Franken, keine Mindestbudgets, keine Angabe zur Free- und Go-Nutzerzahl in der Schweiz.” digital-opua.ch, 26. August 2026.

Seit dem 5. Oktober 2026 steht in diesem Beitrag eine Schweizer Zahl, unsere eigene. Sie stammt aus einem Konto mit einem Angebot und ist kein Vergleichswert für den Markt. Die Praktiken unten stammen weiterhin aus dem Ausland. Darum steht jede mit Markt, Quelle und Datum. Du sollst selbst beurteilen können, wie weit sie trägt.

Sieben Praktiken aus dem Ausland

1. Rechne mit einem echten Verlustbudget

Die veröffentlichten Empfehlungen liegen über dem, was ein Schweizer KMU üblicherweise für einen Kanaltest einplant. Ein US-Konto leitet aus eigener Erfahrung USD 5’000 bis 10’000 als Mindestbasis ab, um das Tagesrauschen zu überwinden (Opascope, 15. Juni 2026, Markt nicht angegeben). Eine deutsche Agentur nennt EUR 2’000 bis 3’000 über zwei bis drei Monate, legt dazu aber keine eigenen Zahlen offen (189east, Deutschland, 24. August 2026). Eine US-Agentur formuliert es am direktesten: nur mit einem ausdrücklichen Verlustbudget testen (Grow My Ads, USA, 3. August 2026).

2. Bau die eigene Messung parallel auf

Ein US-Konto berichtet, dass die Plattform Conversions untererfasst, und führt die Erstanbieter-Messung parallel (Opascope, 15. Juni 2026). Das deckt sich mit OpenAI selbst: Die Dokumentation nennt die Conversions API ausdrücklich “more reliable” als den Pixel im Browser.

In unserem eigenen Test kam am 4. Oktober 2026 eine echte Anfrage. Unsere eigene Messung hatte sie sofort. Unser Server meldete sie gleich nach dem Absenden über die Conversions API an OpenAI. Am Morgen danach, am 5. Oktober 2026, zeigte das Werbekonto sie noch nicht als Conversion. Für den 4. Oktober fehlten zu diesem Zeitpunkt auch alle Seitenaufrufe nach Klicks. OpenAI nennt in der eigenen Dokumentation mindestens einen Tag Verzug, bis Conversion-Daten erscheinen. Wer am Morgen nach Testende nur ins Werbekonto geschaut hätte, hätte keine Anfrage gesehen.

3. Schau auf rollende Fenster, nicht auf Tage

Im selben US-Konto schwankte der ROAS von Tag zu Tag zwischen 0.2 und 2.9. Die Empfehlung daraus: Klickpreis, Konversionsrate und ROAS über rollende Fenster beurteilen, Klickrate und Einblendungen in dieser Phase ignorieren (Opascope, 15. Juni 2026).

4. Schreib Kontexthinweise als Gesprächsbeschreibung

Statt Begriffe zu listen, die Situation beschreiben, in der jemand fragt. Also nicht “gartenbau winterthur”, sondern das Gespräch, in dem jemand ChatGPT nach einer Gärtnerin fragt. (Just Global, B2B-Playbook für USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Grossbritannien, Japan und Südkorea, ursprünglich Mai 2026, aktualisiert im Juli 2026.)

Hier gehört eine Einordnung dazu: Für diese Praxis liegen keine eigenen Kampagnendaten vor. Kein ROAS, kein Klickpreis, keine Konversionsrate. Sie ist mechanisch sauber hergeleitet, weil OpenAI die Kontexthinweise selbst als Freitext beschreibt und nicht als Begriffsliste. Aber sie ist eine plausible Arbeitshypothese, keine belegte Best Practice.

5. Richte Text, Bild und Zielseite auf dieselbe Situation aus

Das ist die einzige Kreativ-Empfehlung in dieser Liste, die auf einer Aussage von OpenAI steht. In der Mail vom 15. August 2026 nennt OpenAI als Auswahlsignale ausdrücklich auch “the ad’s landing page, title, and copy”. Deine Zielseite ist damit nicht nur das Ziel, sondern selbst ein Ausrichtungssignal. Wer eine allgemeine Startseite verlinkt, verschenkt Steuerung, die es sonst kaum gibt.

6. Pfleg genau ein aktives Conversion-Ereignis

OpenAI empfiehlt in der Dokumentation, genau ein aktives Standard-Conversion-Ereignis zu führen. In unserem eigenen Konto war das keine Empfehlung, sondern eine Grenze: Wir haben am 3. September 2026 dreimal versucht, ein zweites Ereignis auf derselben Datenquelle anzulegen. Die Oberfläche meldete jedes Mal grün “Conversion-Ereignis erstellt” und zeigte den Code-Schnipsel. Entstanden ist nichts. Der Erfolgsmeldung im Ads Manager ist an dieser Stelle nicht zu trauen.

7. Miss den bezahlten gegen den organischen ChatGPT-Verkehr

Das ist die praktischste Methode in dieser Liste, weil sie ohne Branchen-Vergleichswerte auskommt. Ein Softwareanbieter aus Grossbritannien hat auf derselben Seite zwei Datenströme aus derselben Quelle verglichen: Der organische ChatGPT-Verweisverkehr konvertierte bei 4.2 Prozent, der bezahlte bei 0.46 Prozent. Gleiches Produkt, gleiche Botschaft. (Andy Brice, successfulsoftware.net, Grossbritannien, 2. September 2026.)

Für einen Schweizer Test ist das der Vergleichsmassstab, der ohne fremde Zahlen auskommt. Du brauchst nur deine eigenen zwei Ströme.

Wir haben diesen Vergleich für unseren eigenen Test gemacht. Über die Anzeigen kamen 37 Sitzungen, organisch aus ChatGPT 6. Der Median der aktiven Zeit lag bei 5 Sekunden über die Anzeigen und bei 18 Sekunden organisch. Keine Sitzung über die Anzeigen ging über die erste Seite hinaus.

Quelle Google Analytics, 5. September bis 4. Oktober 2026, nur Besucher:innen, die der Messung zugestimmt haben:

Über die AnzeigenOrganisch aus ChatGPT
Sitzungen376
Engagierte Sitzungen14 (38 %)4 (67 %)
Aktive Zeit, Median5 s18 s
Seiten je Sitzung0.891.83

Engagiert nennt Google Analytics eine Sitzung, in der jemand länger bleibt, mehr als eine Seite aufruft oder ein wichtiges Ereignis auslöst. Ein Wert unter einer Seite je Sitzung heisst, dass Google Analytics bei 4 der 37 Sitzungen keinen Seitenaufruf erfasst hat.

Wer bei uns ohne Anzeige aus ChatGPT kam, blieb länger und las mehr. Verglichen haben wir Verweildauer, keine Abschlüsse. Die Fallzahl ist klein, besonders auf der organischen Seite. Sechs Sitzungen sind ein Hinweis, kein Befund.

Den Klickpreis bei ChatGPT Ads gibt es nicht

Vier offengelegte Konten, vier Klickpreise. Drei stammen aus dem Ausland, das vierte ist unser eigenes:

KontoMarkt und BrancheZeitraumKlickpreis
Opascopenicht angegeben15 Tage, ab 15. Juni 2026rund USD 1.72
Grow My AdsUSA, B2B-Dienstleistungzwei Wochen, 3. August 2026rund USD 13
Andy BriceGrossbritannien, Software5. bis 28. August 2026GBP 0.10
digital M.Schweiz, B2B-Dienstleistung5. September bis 4. Oktober 2026CHF 2.95 im Schnitt

Zwischen dem tiefsten und dem höchsten Wert liegt Faktor 130. Es gibt keinen “Klickpreis bei ChatGPT Ads”, es gibt vier Konten mit vier Ergebnissen.

Der Wert USD 1.72 wird seit Monaten überall zitiert. Er stammt aus einem einzigen Konto, und der Autor schränkt selbst ein: Das seien “early-mover economics” bei dünnem Wettbewerb und billigem Inventar, und die Zahlen seien dazu da, das eigene Konto zu prüfen, nicht um es vorherzusagen. Wer diese Zahl in drei Blogs liest, hat sie einmal gelesen.

Unser eigener Schnitt ist kein fester Preis. Er ist über den Monat gestiegen. Die Werte je Woche stehen in der Tabelle unter Was wir selbst gemessen haben.

In den ersten zwei Tagen, am 5. und 6. September 2026, kostete ein Klick CHF 1.43. In der letzten Woche bis 4. Oktober waren es CHF 4.14. Der Preis hat sich innert eines Monats fast verdreifacht. Im selben Zeitraum sank die Klickrate von 1.24 auf 0.48 Prozent. Die Anzeigen wurden also seltener angeklickt, und jeder Klick wurde teurer. Den Grund zeigt das Werbekonto nicht. Ein Klickgebot hatten wir nicht gesetzt. Bei der conversion-optimierten Gebotsart, die wir gewählt hatten, gibt es keins.

Interessanter als der Preis ist, was die Klicks getragen haben. Die US-Agentur bewarb ihre eigene Google-Ads-Dienstleistung, gab rund USD 1’200 aus, bekam 92 Klicks und null Conversions. Ihr Fazit zum Kanal für B2B-Werbetreibende: “For most B2B advertisers, no.” Der britische Softwareanbieter bekam für GBP 289.52 immerhin 2’988 Klicks und 14 Installationen, bei einer Absprungrate von 69 Prozent und einer durchschnittlichen Verweildauer von 7 Sekunden.

Die beiden ausländischen Berichte widersprechen sich beim Preis massiv und stimmen im Ergebnis überein: Die Klicks trugen nicht.

Wie die US-Agentur haben auch wir unter anderem unsere eigene Google-Ads-Leistung beworben. Für CHF 990 bekamen wir 336 Klicks und eine Anfrage. Mehr zur Anfrage steht weiter unten.

Für wen der Kanal heute passt

Es gibt keine belastbare Eignungsstudie. Was folgt, ist unsere Einordnung aus den Belegen oben, kein Beleg für sich.

Der Kanal passt eher, wenn drei Dinge zusammenkommen. Dein Angebot richtet sich an Privatpersonen oder Kleinstbetriebe, also an Menschen, die ChatGPT eher gratis nutzen. Die Kaufentscheidung fällt schnell. Und du hast Budget, das lernen darf, zusätzlich zu dem, was heute läuft.

Der Kanal passt erkennbar nicht, wenn eines davon zutrifft:

  • Du verkaufst B2B-Dienstleistungen an Entscheidende. Die sitzen häufig in bezahlten Tarifen und sehen keine Werbung.
  • Dir ist wichtig, neben welchen Themen deine Marke erscheint. Umfeldausschlüsse gibt es nicht.
  • Deine Messung steht noch nicht.
  • Du müsstest das Budget aus einem Kanal abziehen, in dem du den Preis pro Anfrage kennst.
  • Du bietest Finanz-, Gesundheits- oder Rechtsdienstleistungen an. Für die lässt OpenAI ausserhalb der USA keine Werbung zu.

Welche Vorbereitung ein Test bei uns braucht, steht auf der Seite zu ChatGPT Ads.

Werbung in ChatGPT ist nicht dasselbe wie zitiert werden

Diese beiden Themen werden ständig verwechselt, und eine einzige Zahl trennt sie schärfer als jede Erklärung.

In der SE-Ranking-Studie wurde der Werbetreibende in 96.37 Prozent der Platzierungen in der Antwort selbst nicht zitiert. Bezahlen bringt dir den Werbeplatz unter der Antwort. Es bringt dir nicht die Nennung in der Antwort.

Wenn deine eigentliche Frage also lautet, wie du in ChatGPT-Antworten vorkommst, dann ist das eine andere Aufgabe. Wie sie bei uns selbst ausgegangen ist, steht im Beitrag warum Google AI Mode uns 26 Mal zitiert und ChatGPT kein einziges Mal.

Aus derselben Studie noch zwei Zahlen zur Einordnung, Markt USA: Werbung erschien bei 25.94 Prozent aller kommerziellen Prompts. Und 14.35 Prozent der Anzeigen passten semantisch nicht zum auslösenden Prompt, also etwa jede siebte. Die Autoren nennen ihre Erhebung ausdrücklich eine Momentaufnahme.

Was wir selbst gemessen haben

Wir haben ChatGPT Ads einen Monat lang für unser eigenes Angebot getestet. Für CHF 990 kamen 336 Klicks und eine Anfrage. Wir beenden die Testkampagne nach einem Monat. Das ist eine Erfahrung mit dem eigenen Angebot, keine Kundenerfahrung.

So war der Test aufgebaut

Vom 5. September bis 4. Oktober 2026 liefen 30 Tage lang zwei Kampagnen. Die eine bewarb unseren Google Ads Check, die andere unser Tracking-Audit. Beide Angebote sind kostenlos.

  • Budget: CHF 20 pro Tag und Kampagne, also das Minimum.
  • Standort: die Kantone Aargau, Zürich, Thurgau, St. Gallen, beide Appenzell und Graubünden.
  • Gebotsart: conversion-optimiert, gezählt wurde die Anfrage über das Formular. Abgerechnet wurde trotzdem pro Klick, wie oben beschrieben.
  • Anzeigen: zwölf Anzeigen in vier Anzeigengruppen.

Das Abbruchkriterium haben wir vor dem Start festgelegt. Kommt in einem Monat keine Anfrage, hören wir auf.

Das Ergebnis

Die Anzeigen wurden 55’910 Mal eingeblendet und 336 Mal angeklickt. Das ist eine Klickrate von 0.60 Prozent. Die Kosten betrugen CHF 990.02 netto. Ein Klick kostete im Schnitt CHF 2.95. Es gab eine Anfrage. Das Werbekonto zeigte sie am 5. Oktober 2026 noch nicht als Conversion.

Quelle Werbekonto bei OpenAI, 5. September bis 4. Oktober 2026, ausser wo anders vermerkt:

Google Ads CheckTracking-AuditGesamt
Kosten CHF netto472.93517.09990.02
Einblendungen23’45632’45455’910
Klicks149187336
Klickrate0.64 %0.58 %0.60 %
Klickpreis im Schnitt CHF3.172.772.95
Anfragen (eigene Messung)101
davon im Werbekonto als Conversion gezählt, Stand 5.10.2026000
Seitenaufrufe nach Klick (gemessen von OpenAI, Stand 5.10.2026)455095
Sitzungen in Google Analytics (nur mit Einwilligung)162137

Google Analytics sah 37 Sitzungen aus den Anzeigen, also rund jeden neunten Klick. Es erfasst nur Besucher:innen, die der Messung zugestimmt haben. Eine Abschlussrate rechnen wir daraus nicht.

Die Anzeigen unterschieden sich in der Klickrate. “Consent sauber messen” für das Tracking-Audit erreichte 1.02 Prozent, mit 21 Klicks bei 2’063 Einblendungen. “Suchbegriffe, die nichts bringen” für den Google Ads Check kam auf 0.29 Prozent, mit 8 Klicks bei 2’797 Einblendungen. Beide liefen ähnlich lange. Sie gehörten aber zu verschiedenen Angeboten. Ob der Text den Unterschied macht oder das Angebot, trennt dieser Vergleich nicht.

Nachtrag vom 15.10.2026

Am 4. Oktober 2026 kam eine Anfrage über den Google Ads Check. Das Werbekonto zeigt für diesen Tag inzwischen zwei Conversions. Unsere eigene Messung zählt eine Anfrage. Nachgelesen haben wir das Werbekonto am 15. Oktober 2026. Die Zeile zur Conversion in der Tabelle oben zeigt noch den Stand vom 5. Oktober 2026.

Verlauf nach Wochen

In den ersten zwei Tagen kostete ein Klick CHF 1.43, in der letzten Woche CHF 4.14. Die Klickrate lag in den ersten zwei Tagen bei 1.24 Prozent und in der letzten Woche bei 0.48 Prozent.

Quelle Werbekonto bei OpenAI, 5. September bis 4. Oktober 2026. Die erste Zeile umfasst nur zwei Tage, die übrigen je eine Woche:

ZeitraumEinblendungenKlicksKlickrateKosten CHFKlickpreis CHF
5. bis 6.9.2’348291.24 %41.381.43
7. bis 13.9.13’3171150.86 %205.711.79
14. bis 20.9.21’361840.39 %291.333.47
21. bis 27.9.8’403580.69 %244.594.22
28.9. bis 4.10.10’481500.48 %207.014.14

Die eine Anfrage

Sie kam am 4. Oktober 2026, dem letzten Testtag, über das Formular des Google Ads Checks. Vier voneinander unabhängige Systeme haben sie erfasst:

  • das Protokoll unseres Servers
  • der Spamschutz des Formulars
  • unser Mailsystem
  • Google Analytics

Unser Server hat sie gleich nach dem Absenden als Conversion an OpenAI gemeldet. Am Morgen nach der Anfrage, am 5. Oktober 2026, zeigte das Werbekonto sie noch nicht als Conversion. Für den 4. Oktober fehlten zu diesem Zeitpunkt auch alle Seitenaufrufe nach Klicks. An den 17 anderen Tagen, an denen Google Analytics Besuche über die Anzeigen sah, hatte OpenAI jeweils mindestens einen Seitenaufruf gezählt. OpenAI nennt in der eigenen Dokumentation mindestens einen Tag Verzug, bis Conversion-Daten erscheinen.

Ob aus der Anfrage ein Gespräch oder ein Auftrag wird, wissen wir noch nicht.

Unser Abbruchkriterium war ein Monat ohne Anfrage. Die Anfrage kam am letzten Tag dieses Monats.

Desktop gegen Handy

Ab dem 11. September 2026 lassen sich Desktop und Handy fair vergleichen. Vorher wies das Werbekonto den Desktop nicht getrennt aus. Auf dem Desktop lag die Klickrate bei 0.37 Prozent, in den ChatGPT-Apps bei 0.60 Prozent. Ein Seitenaufruf nach Klick kostete auf dem Desktop CHF 43.51, auf dem Handy CHF 13.56, Stand 5. Oktober 2026.

Quelle Werbekonto bei OpenAI, 11. September bis 4. Oktober 2026:

DesktopChatGPT-AppsHandy gesamt (Apps und Browser)
Einblendungen22’71019’05819’964
Klicks83115123
Klickrate0.37 %0.60 %0.62 %
Kosten CHF348.09410.19433.90
Klickpreis CHF4.193.573.53
Seitenaufrufe nach Klick, Stand 5.10.20268nicht trennbar32
Kosten je Seitenaufruf CHF, Stand 5.10.202643.51nicht trennbar13.56

Seitenaufrufe nach einem Klick weist OpenAI nur für Desktop und Handy aus, nicht getrennt für die Apps. Für den 4. Oktober zeigte OpenAI am 5. Oktober 2026 noch keine Seitenaufrufe, sie fehlen in diesen Zahlen. Die Fallzahl ist klein. Auf dem Desktop waren es 83 Klicks und 8 gemessene Seitenaufrufe. Die einzige Anfrage kam vom Desktop. Bei einer Anfrage ist das kein Muster.

Was wir noch nicht wissen

Diese Liste gehört zum Bild dazu. Wir füllen sie nicht mit Formulierungen.

  • Wie viele Menschen in der Schweiz ChatGPT nutzen und welcher Anteil auf Free oder Go sitzt.
  • Was ein Klick in der Schweiz über viele Konten hinweg kostet. Wir kennen nur unseren eigenen Wert, CHF 2.95 im Schnitt vom 5. September bis 4. Oktober 2026.
  • Warum unser Klickpreis in diesem Monat von CHF 1.43 auf CHF 4.14 gestiegen ist.
  • Warum das Werbekonto für den 4. Oktober zwei Conversions zeigt. Unsere eigene Messung zählt eine Anfrage.
  • Ob aus dieser Anfrage ein Gespräch oder ein Auftrag wird.
  • Ob der Unterschied zwischen Desktop und Handy hält. Dafür war die Fallzahl zu klein.
  • Ob die kantonale Ausrichtung die Ausspielung tatsächlich einschränkt.
  • Ob und wie die Sprache in die Anzeigenauswahl einfliesst.
  • Wie ChatGPT Ads in der Schweiz mehrwertsteuerlich abgerechnet wird.
  • Ob und wann OpenAI die Sperre für Finanz-, Gesundheits- und Rechtsdienstleistungen ausserhalb der USA lockert. Die Richtlinien nennen sie als Kategorien, die schrittweise eingeführt werden. Ein Datum steht nirgends.
  • Welchen Bildbedarf eine Anzeigenkarte hat. Eine veröffentlichte Spezifikation für Abmessungen, Seitenverhältnis oder Dateigrösse gibt es nicht.
  • Ob und wann die Personalisierung in der Schweiz kommt. OpenAI schreibt “not yet available”, ein Datum nennt niemand.

Was wir ergänzen, sobald wir mehr getestet haben

Dieser Beitrag beschreibt einen Zustand, keine Eigenschaft. Vieles davon kann in wenigen Wochen anders sein.

Deshalb steht das Standdatum oben und hier nochmals: 5. September 2026, ergänzt am 5. Oktober 2026, Nachtrag am 15. Oktober 2026. Wir prüfen den Beitrag nach und schreiben das Datum der Prüfung dazu.

Ergänzt wird er in zwei Schritten, und wir schreiben jeweils dazu, welcher es war:

  1. Aus unserem eigenen Konto. Erledigt am 5. Oktober 2026. Unser Test vom 5. September bis 4. Oktober 2026 steht oben unter Was wir selbst gemessen haben. Dort stehen unser Schweizer Klickpreis, die Ausspielung und was die Klicks getragen haben. Das ist eine Erfahrung mit dem eigenen Angebot, keine Kundenerfahrung.
  2. Aus Kundenkampagnen. Sobald wir für Kundschaft in diesem Kanal gearbeitet haben, ergänzen wir, was sich über Branchen und Angebote hinweg gezeigt hat. Anonymisiert, und Zahlen nur dort, wo die Fallzahl sie trägt.

Bis dahin gilt: Ausser unserem eigenen Test kommt alles Belegte in diesem Beitrag aus dem Ausland. Und unser Test ist ein Konto mit einem Angebot. Nimm beides als Richtung, nicht als Erwartung für dein Konto.

Häufige Fragen

Was ist ChatGPT Ads?

ChatGPT Ads ist die Werbeplattform von OpenAI. Eine Anzeige erscheint als gesponserte Karte unter einer Antwort in ChatGPT, mit Titel, kurzem Text, Bild und Link auf deine Seite. Pro Antwort erscheint genau eine Karte. In der Schweiz werden die Anzeigen seit dem 24. August 2026 ausgespielt, seit dem 31. August 2026 lassen sie sich im Self-Service buchen.

Wer sieht Werbung in ChatGPT?

Nur Nutzerinnen und Nutzer der Tarife Free und Go. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei, Minderjährige sehen keine Werbung. ChatGPT Go kostet USD 8 im Monat. Das ist die härteste Einschränkung des Kanals: Wer beruflich mit ChatGPT arbeitet, sitzt häufig in einem bezahlten Tarif und ist damit nicht erreichbar.

Gibt es bei ChatGPT Ads Keywords?

Nein. Statt Suchbegriffen gibt es Kontexthinweise auf Ebene der Anzeigengruppe. OpenAI beschreibt sie als freie Text-Hinweise auf Zielgruppe oder Platzierung, in der Dokumentation stehen Beispiele wie productivity oder team collaboration. Es gibt entsprechend auch keine Match Types und keinen Suchanfragenbericht. Negative Keywords und Themenausschlüsse gibt es ebenfalls nicht.

Was kostet ChatGPT Ads in der Schweiz mindestens?

Das Mindest-Tagesbudget liegt bei CHF 20 pro Tag und Kampagne. Wir haben das am 5. September 2026 gemessen: Jeder tiefere Wert wird abgewiesen. OpenAI veröffentlicht den Betrag inzwischen auch selbst, in einer Tabelle mit 21 Währungen. Ein Schweizer Werbekonto bestätigte denselben Wert am 1. September 2026. Beim Lebenszeitbudget gilt diese Grenze nicht, dort liegt die Untergrenze bei einem Franken. Einen Schweizer Klickpreis haben wir aus unserem eigenen Test. Vom 5. September bis 4. Oktober 2026 kostete ein Klick dort im Schnitt CHF 2.95. In den ersten zwei Tagen waren es CHF 1.43, in der letzten Woche CHF 4.14. Das ist ein Konto mit einem Angebot, kein Marktwert.

Zahlt man bei ChatGPT Ads pro Klick oder pro Abschluss?

Pro Klick. Es gibt drei Gebotsarten: pro tausend Einblendungen, pro Klick und conversion-optimiert. Auch die conversion-optimierte Variante rechnet pro gültigem Klick ab, OpenAI schreibt dazu wörtlich per valid click, not per conversion. Das CPA-Gebot ist ein Steuerungswert für die Optimierung, keine Abrechnungsgrösse. Das Ausfallrisiko liegt beim Werbetreibenden.

Kann man in der Schweiz eigene Zielgruppen hochladen?

Nein. OpenAI schreibt in der Dokumentation, dass Custom Audiences für Kampagnen mit Zielgebiet EWR oder Schweiz nicht unterstützt werden, weil dort noch keine personalisierten Anzeigen verfügbar sind. Der Schweizer Ads Manager zeigt denselben Hinweis. OpenAI formuliert die Sperre als vorläufig. Käme die Personalisierung, bräuchte sie eine gesonderte Einwilligung der nutzenden Person.

Für welche Branchen ist ChatGPT Ads gesperrt?

Politische Werbung ist weltweit gesperrt. Ausserhalb der USA kommen drei Dienstleistungen dazu: Finanz, Gesundheit und Recht. OpenAI schreibt in den Werberichtlinien in der Fassung vom 31. August 2026, Anzeigen für Finanz- und Gesundheitsdienstleistungen ausserhalb der USA seien grundsätzlich untersagt und Anzeigen für Rechtsdienstleistungen derzeit untersagt. Gesperrt ist dabei die Dienstleistung, nicht die Nachbarschaft: Finanzsoftware und Budget-Apps sind erlaubt, eine Bank nicht. Eine Branchenauswahl gibt es im Werbekonto nirgends. OpenAI ordnet die Kampagne erst bei der Prüfung von Anzeige, Text und Zielseite ein. Gemerkt wird es also bei der Ablehnung, nicht beim Anlegen.

Hat digital M. ChatGPT Ads selbst getestet?

Ja. Vom 5. September bis 4. Oktober 2026 liefen zwei Kampagnen für unser eigenes Angebot, den Google Ads Check und das Tracking-Audit. Jede hatte CHF 20 Tagesbudget und war auf die Kantone Aargau, Zürich, Thurgau, St. Gallen, beide Appenzell und Graubünden ausgerichtet. Laut unserem Werbekonto bei OpenAI kosteten beide zusammen CHF 990.02 netto und brachten 55'910 Einblendungen und 336 Klicks. Unsere eigene Messung zählte in dieser Zeit eine Anfrage. Wir beenden die Testkampagne nach einem Monat.

Was kostet ein Klick bei ChatGPT Ads in der Schweiz?

In unserem eigenen Test vom 5. September bis 4. Oktober 2026 kostete ein Klick im Schnitt CHF 2.95, laut unserem Werbekonto bei OpenAI. Am 5. und 6. September waren es CHF 1.43, in der letzten Woche vom 28. September bis 4. Oktober CHF 4.14. Das ist ein Konto mit einem Angebot, kein Marktwert. Für reine Klick-Kampagnen empfiehlt OpenAI ein Startgebot von USD 3 bis 5 je Klick, so steht es im Hilfebereich von OpenAI, gelesen am 5. September 2026.

Wie viele Anfragen bringt ChatGPT Ads?

In unserem eigenen Test vom 5. September bis 4. Oktober 2026 kam bei 336 Klicks für CHF 990.02 netto eine Anfrage. Sie kam am 4. Oktober 2026 über das Formular des Google Ads Checks. Unsere eigene Messung hatte sie sofort. Am Morgen danach, am 5. Oktober 2026, zeigte das Werbekonto sie noch nicht als Conversion. OpenAI nennt in der eigenen Dokumentation mindestens einen Tag Verzug, bis Conversion-Daten erscheinen. Ob aus der Anfrage ein Gespräch oder ein Auftrag wird, wissen wir noch nicht. Aus dem Ausland kennen wir zwei veröffentlichte Werte: eine US-Agentur mit keiner einzigen Conversion bei 92 Klicks für rund USD 1'200 (Grow My Ads, 3. August 2026) und ein britischer Softwareanbieter mit 14 Installationen bei 2'988 Klicks (Andy Brice, 5. bis 28. August 2026).

Klicken Nutzer:innen bei ChatGPT Ads eher auf dem Desktop oder auf dem Handy?

In unserem eigenen Test vom 11. September bis 4. Oktober 2026 lag die Klickrate auf dem Desktop bei 0.37 Prozent und in den ChatGPT-Apps bei 0.60 Prozent. Ein Klick kostete auf dem Desktop CHF 4.19 und in den Apps CHF 3.57. Ein Seitenaufruf, den OpenAI nach einem Klick gemessen hat, kostete auf dem Desktop CHF 43.51 und auf dem Handy CHF 13.56, Apps und Browser zusammen, Stand 5. Oktober 2026. Quelle ist unser Werbekonto bei OpenAI. Die Fallzahl ist klein, auf dem Desktop waren es 83 Klicks und 8 gemessene Seitenaufrufe.

Wie misst man Anfragen aus ChatGPT Ads zuverlässig?

Mit einer eigenen Messung, die parallel zum Pixel von OpenAI läuft. OpenAI selbst nennt in der Dokumentation die Conversions API zuverlässiger als den Pixel im Browser. In unserem Test vom 5. September bis 4. Oktober 2026 gab es eine Anfrage. Unser Server hat sie gleich nach dem Absenden über die Conversions API an OpenAI gemeldet. Am Morgen danach, am 5. Oktober 2026, zeigte das Werbekonto sie noch nicht als Conversion. Für den 4. Oktober fehlten zu diesem Zeitpunkt auch alle Seitenaufrufe nach Klicks. OpenAI nennt in der eigenen Dokumentation mindestens einen Tag Verzug, bis Conversion-Daten erscheinen. Erfasst haben die Anfrage das Protokoll unseres Servers, der Spamschutz des Formulars, unser Mailsystem und Google Analytics.

Lohnt sich der Kanal für dich?

Wir haben beide Schnittstellen von ChatGPT Ads selbst angefasst und das Konto in Betrieb genommen. Auf der Leistungsseite steht, was wir gemessen haben, was ein Test kostet und woran er als gescheitert gilt.

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