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ChatGPT Ads: Was belegt ist, was aus dem Ausland kommt und was niemand weiss

Profilfoto von Janick Rolli – Autor
Janick Rolli
· · 17 Min. Lesezeit
Das digital M.onster prüft mit einer Lupe die gesponserte Karte unter einer ChatGPT-Antwort
Inhalt

Seit dem 24. August 2026 zeigt ChatGPT auch in der Schweiz Werbung. Seit dem 31. August kannst du sie selbst buchen. Das sind zwölf Tage.

In zwölf Tagen entsteht keine Erfahrung. Deshalb steht in diesem Beitrag, was heute belegt ist: was der Kanal ist, was er kann, für wen er passt und was er kostet. Dazu die Praktiken, die im Ausland aus echten Werbekonten stammen. Sie sind als ausländisch gekennzeichnet, und weiter unten steht, warum das kein Formfehler ist.

Stand: 5. September 2026. Schweizer Erfahrungen ergänzen wir, sobald wir mehr getestet haben.

Was ChatGPT Ads ist

ChatGPT Ads ist die Werbeplattform von OpenAI. Eine Anzeige ist eine Karte mit Titel, kurzem Text, Bild und Link auf deine Seite. Sie erscheint unter einer Antwort in ChatGPT. Eine kurze Definition steht auch im Glossar.

“Unter” ist wörtlich gemeint. In einer US-Studie von SE Ranking über 50’006 kommerzielle Prompts stand jede beobachtete Anzeige unter der generierten Antwort. Pro Antwort erscheint genau eine gesponserte Karte. Ein zweiter Werbetreibender steht nie daneben. (SE Ranking, Daten vom 23. Juli 2026, veröffentlicht am 10. August 2026, Markt USA.)

OpenAI schreibt in der Mail an europäische Nutzende vom 15. August 2026: “Ads do not influence the answers ChatGPT gives you.” Die Karte ist gekennzeichnet und von der Antwort getrennt.

Die Zeichengrenzen sind eng. Titel 3 bis 50 Zeichen, Beschreibung höchstens 100 Zeichen. Wer eine Google-Suchanzeige hinüberkopiert, wird abgewiesen. (Entwicklerdokumentation von OpenAI, abgerufen am 5. September 2026. Deckungsgleich mit unserem eigenen Anlegeversuch vom 4. September 2026.)

Wer die Anzeigen überhaupt sieht

Das ist die härteste Einschränkung des Kanals. Sie gehört vor jede Budgetfrage.

Werbung sehen nur die Tarife Free und Go. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei. Minderjährige sehen keine Werbung. ChatGPT Go kostet USD 8 im Monat.

Daraus folgt eine unangenehme Rechnung. Wer beruflich viel mit ChatGPT arbeitet, hat oft ein bezahltes Abo. Diese Menschen erreichst du hier nicht. Wenn deine Kundschaft aus Entscheiderinnen und Entscheidern besteht, wirbst du in einem Ausschnitt des Marktes, den du dir nicht aussuchen kannst.

Wie viele Menschen in der Schweiz ChatGPT nutzen und welcher Anteil davon auf Free oder Go sitzt, weiss niemand. Diese Zahl existiert nicht. Wer sie dir nennt, hat sie geschätzt.

Es gibt keine Keywords

Das ist der grösste Unterschied zur Suchmaschine, und er wird unterschätzt.

Steuern lässt sich die Ausspielung über zwei Hebel. Erstens den Standort: Wählbar sind Land und Region, in den USA zusätzlich einzelne Fernsehmärkte. Die Schweiz ist bis auf Kantonsebene wählbar, das haben wir am 4. September 2026 geprüft. Ob die Kantonswahl die Ausspielung tatsächlich einschränkt, hat allerdings niemand gemessen. Belegt ist nur, dass die Auswahl angeboten und angenommen wird.

Zweitens die Kontexthinweise auf Ebene der Anzeigengruppe. OpenAI nennt sie “free-form audience or placement hints”, also freie Textbeschreibungen dazu, wann eine Anzeige nützlich wäre. In der Dokumentation stehen als Beispiele “productivity” und “team collaboration”. Das Feld ist optional, eine Höchstzahl nennt die Dokumentation nicht.

Mehr gibt es nicht. Keine Suchbegriffe, keine Match Types, keinen Suchanfragenbericht. Das ist eine andere Denkweise als klassisches Targeting: Du beschreibst nicht, wonach jemand sucht, sondern die Situation, in der jemand fragt.

Und es fehlt die andere Hälfte, die man aus Google Ads kennt. Die Kampagnendokumentation kennt keine negativen Keywords, keine Themenausschlüsse und keine Umfeldausschlüsse. Geografische Ausschlüsse kamen am 27. Juli 2026 dazu, thematische nicht.

An vier Stellen endet damit deine Kontrolle:

  • Du bestimmst nicht, neben welchem Thema deine Karte steht.
  • Du bestimmst nicht die Handlungsaufforderung. OpenAI wählt sie selbst aus vier Varianten, “automatically selected based on the ad creative and the destination experience”. Steuerungsmöglichkeiten für Werbetreibende “may be explored in the future”.
  • Du siehst die auslösende Konversation nicht.
  • Du bekommst keinen Suchanfragenbericht, also keine Rückmeldung, warum ausgespielt wurde.

Für ein viersprachiges Land kommt eine fünfte Lücke dazu: Es gibt kein Sprachfeld. Wer Deutsch, Französisch und Italienisch trennen will, kann das heute nur über getrennte Kampagnen mit kantonaler Ausrichtung versuchen. Ob das trägt, ist nicht belegt.

Was das Budget kauft

Es gibt drei Gebotsarten: pro tausend Einblendungen, pro Klick und conversion-optimiert. Der wichtigste Satz dazu steht in OpenAIs eigener Dokumentation und lautet: “Per valid click, not per conversion.”

Das heisst: Auch die conversion-optimierte Kampagne rechnet pro Klick ab. Das CPA-Gebot ist laut derselben Seite “an optimization input, not as a conversion charge”, also ein Steuerungswert, keine Abrechnungsgrösse. Dein Budget kauft Klicks. Ob daraus Abschlüsse werden, ist dein Risiko, nicht das der Plattform. Was ein CPC ist, erklärt das Glossar.

Ein Startgebot empfiehlt OpenAI nur für reine Klick-Kampagnen: USD 3 bis 5 je Klick. Für conversion-optimierte Kampagnen steht in der Hilfe ausdrücklich, es gebe derzeit kein empfohlenes Gebot. Dort setzt du auch kein Klickgebot, sondern ein Gebotslimit je Conversion, bei einem Schweizer Konto in Franken. (Hilfebereich von OpenAI, gelesen am 5. September 2026.)

Das Mindest-Tagesbudget liegt bei CHF 20 pro Tag und Kampagne. Wir haben das am 5. September 2026 gemessen: Jeder tiefere Wert wird abgewiesen, gerundet wird nicht. Ein Schweizer Werbekonto kam am 1. September 2026 unabhängig auf denselben Wert. OpenAI veröffentlicht die Mindestbudgets inzwischen selbst, in einer Tabelle mit 21 Währungen: CHF 20, EUR 15, GBP 15 und USD 25. Unsere Messung stimmt damit überein, sie war nur früher da. (Hilfebereich von OpenAI, gelesen am 5. September 2026.)

Beim Lebenszeitbudget gilt die Zwanzig-Franken-Regel nicht. Dort liegt die Untergrenze bei einem Franken. Das klingt nach einer Fussnote und ist in Wahrheit der Ausweg für kleine Tests.

Ein Rechenbeispiel dazu. Du willst einen Monat mit CHF 1’000 testen und das auf zwei Kampagnen verteilen. CHF 16.60 pro Tag und Kampagne geht nicht, der Wert liegt unter der Grenze. Bleiben zwei Wege: eine Kampagne mit CHF 20 pro Tag über fünfzig Tage, oder zwei Kampagnen mit je CHF 500 Lebenszeitbudget.

Drei Dinge dazu, die beim Planen zählen:

  • Das Tagesbudget ist ein Durchschnitt. Seit dem 27. Juli 2026 zählt der Schnitt über sieben Tage statt einer festen Tagesgrenze. OpenAI sagt dazu: “your total budget is not changing.” Wie weit ein einzelner Tag darüber liegen darf, steht inzwischen auch dort: höchstens das Doppelte des Tagesbudgets an einem Tag, höchstens das Siebenfache über sieben Tage. Bei CHF 20 pro Tag sind das höchstens CHF 40 an einem Tag und höchstens CHF 140 in sieben Tagen.
  • Conversion-Optimierung erzwingt ein Tagesbudget. Einen eigenen Monatsdeckel gibt es nicht, einen Kontodeckel auch nicht. Die Sieben-Tage-Grenze deckelt den Monat aber mit: bei CHF 20 pro Tag kann er rechnerisch nicht über rund CHF 600 gehen.
  • Prüf die Kontowährung vor dem ersten Budget. Unser Konto rechnet in Franken. Ein anderes Schweizer Konto wurde in Dollar geführt. Land, Währung und Zeitzone werden beim Anlegen festgelegt und lassen sich danach nicht mehr ändern.

Was in der Schweiz gesperrt ist

Für Kampagnen mit Zielgebiet Schweiz oder EWR gilt eine Einschränkung, die dreifach belegt ist: in der Dokumentation, in der Mitteilung an Nutzende und in der Oberfläche.

In der Entwicklerdokumentation steht:

“Custom audiences are not supported for campaigns targeting the European Economic Area (EEA) or Switzerland, where personalized ads are not yet available.”

Im Schweizer Ads Manager steht bei Zielregion Schweiz:

“Benutzerdefinierte Zielgruppen werden für Kampagnen mit Zielregionen im EWR oder in der Schweiz nicht unterstützt, da dort noch keine personalisierten Anzeigen verfügbar sind.”

Keine Personalisierung, keine eigenen Zielgruppen. Eine Kundenliste hochladen geht nicht, eine Lookalike Audience daraus erst recht nicht.

Der wichtige Teil an diesem Zitat ist das Wort “yet”. OpenAI formuliert die Sperre als vorläufig, nicht als dauerhaft. Der Weg dorthin steht auch schon fest: Personalisierte Werbung braucht in Europa eine gesonderte Einwilligung der nutzenden Person. Wenn sie kommt, ist die erreichbare Zielgruppe also nicht “alle Free- und Go-Nutzenden”, sondern nur der Teil, der ausdrücklich zugestimmt hat.

Dazu kommen Branchensperren. Politische Werbung ist weltweit gesperrt, und Anzeigen erscheinen nicht neben sensiblen Themen wie Gesundheit, psychischer Gesundheit und Politik.

Und ein Punkt, der viele Schweizer KMU direkt trifft: Für drei Dienstleistungen lässt OpenAI ausserhalb der USA keine Werbung zu. Finanz, Gesundheit und seit der Fassung vom 31. August 2026 auch Recht.

“Ads for financial services outside the US are generally prohibited.”

“Ads for health services outside the US are generally prohibited.”

“Ads for legal services outside of the US are currently prohibited.”

Werberichtlinien von OpenAI, Fassung v1.5 vom 31. August 2026, gelesen am 5. September 2026.

Das trifft Banken, Versicherungen und Vermögensverwalter. Es trifft Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Kliniken und Physiotherapien. Und es trifft Anwaltskanzleien und Rechtsberatung. Dazu kommt: Wessen Geschäftsmodell in eine solche Kategorie fällt, ist laut Richtlinie unter Umständen gar nicht zum Werben berechtigt. Es geht also nicht nur um die einzelne Anzeige, sondern um das Konto.

Drei Dinge gehören dazu, sonst liest sich die Regel härter oder weicher, als sie ist.

OpenAI schreibt “grundsätzlich” und “derzeit”, nicht “immer”. Das ist ein Zustand, kein Naturgesetz. Die Richtlinien nennen diese Kategorien ausdrücklich als solche, die schrittweise eingeführt werden. Es kann sich ändern.

Gesperrt ist die Dienstleistung, nicht die Nachbarschaft. Finanzsoftware, Budget-Apps und Finanzschulungen ohne eigene Finanzdienstleistung sind laut Richtlinie erlaubt. Fitnessgeräte und Wellness ohne medizinische Aussage ebenfalls. Eine Bank fällt raus, eine App fürs Haushaltsbudget nicht.

Merken wirst du es erst bei der Ablehnung. Eine Branchenauswahl gibt es im Werbekonto an keiner Stelle. Wir haben am 5. September 2026 danach gesucht und nichts gefunden. OpenAI ordnet dich stattdessen bei der Prüfung von Anzeige, Text und Zielseite ein, überwiegend automatisch. Eine Physiotherapie legt die Kampagne also an, bevor sie erfährt, dass sie nicht darf. Wer eine dieser drei Dienstleistungen anbietet, klärt das vor dem Budget.

Warum die Erfahrungen in diesem Beitrag aus dem Ausland kommen

Ab hier wird es praktisch. Und ab hier steht hinter jeder Erfahrung ein anderes Land.

Das ist kein Versäumnis, sondern der Stand. Der Kanal läuft in der Schweiz seit zwölf Tagen und ist seit fünf Tagen selbst buchbar. In dieser Zeit kann niemand eine Schweizer Erfahrung gesammelt haben. Wir sagen das nicht allein. Drei Schweizer Fachquellen sagen dasselbe, jede für sich:

“Für die Schweiz existieren am 27. August 2026 weder ein Mindestbudget in Franken noch belastbare Klickpreise.” ZUMO SEO, 28. August 2026. Die Agentur stellt ausdrücklich klar, dass sie kein Schweizer Konto getestet hat.

“Für die Schweiz existiert bisher überhaupt keine belastbare Datengrundlage.” growmedia.ch, 28. August 2026.

“Es gibt keine europäischen Preis-Benchmarks: keine CPM- oder CPC-Spannen in Euro oder Franken, keine Mindestbudgets, keine Angabe zur Free- und Go-Nutzerzahl in der Schweiz.” digital-opua.ch, 26. August 2026.

Wer dir heute eine Schweizer Vergleichszahl für ChatGPT Ads zeigt, zeigt dir eine umgerechnete Zahl aus sehr wenigen ausländischen Konten. Das ist der Grund, warum jede Praxis unten mit Markt, Quelle und Datum steht. Du sollst selbst beurteilen können, wie weit sie trägt.

Sieben Praktiken aus dem Ausland

1. Rechne mit einem echten Verlustbudget

Die veröffentlichten Empfehlungen liegen über dem, was ein Schweizer KMU üblicherweise für einen Kanaltest einplant. Ein US-Konto leitet aus eigener Erfahrung USD 5’000 bis 10’000 als Mindestbasis ab, um das Tagesrauschen zu überwinden (Opascope, 15. Juni 2026, Markt nicht angegeben). Eine deutsche Agentur nennt EUR 2’000 bis 3’000 über zwei bis drei Monate, legt dazu aber keine eigenen Zahlen offen (189east, Deutschland, 24. August 2026). Eine US-Agentur formuliert es am direktesten: nur mit einem ausdrücklichen Verlustbudget testen (Grow My Ads, USA, 3. August 2026).

2. Bau die eigene Messung parallel auf

Ein US-Konto berichtet, dass die Plattform Conversions untererfasst, und führt die Erstanbieter-Messung parallel (Opascope, 15. Juni 2026). Das deckt sich mit OpenAI selbst: Die Dokumentation nennt die Conversions API ausdrücklich “more reliable” als den Pixel im Browser.

3. Schau auf rollende Fenster, nicht auf Tage

Im selben US-Konto schwankte der ROAS von Tag zu Tag zwischen 0.2 und 2.9. Die Empfehlung daraus: Klickpreis, Konversionsrate und ROAS über rollende Fenster beurteilen, Klickrate und Einblendungen in dieser Phase ignorieren (Opascope, 15. Juni 2026).

4. Schreib Kontexthinweise als Gesprächsbeschreibung

Statt Begriffe zu listen, die Situation beschreiben, in der jemand fragt. Also nicht “gartenbau winterthur”, sondern das Gespräch, in dem jemand ChatGPT nach einer Gärtnerin fragt. (Just Global, B2B-Playbook für USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Grossbritannien, Japan und Südkorea, ursprünglich Mai 2026, aktualisiert im Juli 2026.)

Hier gehört eine Einordnung dazu: Für diese Praxis liegen keine eigenen Kampagnendaten vor. Kein ROAS, kein Klickpreis, keine Konversionsrate. Sie ist mechanisch sauber hergeleitet, weil OpenAI die Kontexthinweise selbst als Freitext beschreibt und nicht als Begriffsliste. Aber sie ist eine plausible Arbeitshypothese, keine belegte Best Practice.

5. Richte Text, Bild und Zielseite auf dieselbe Situation aus

Das ist die einzige Kreativ-Empfehlung in dieser Liste, die auf einer Aussage von OpenAI steht. In der Mail vom 15. August 2026 nennt OpenAI als Auswahlsignale ausdrücklich auch “the ad’s landing page, title, and copy”. Deine Zielseite ist damit nicht nur das Ziel, sondern selbst ein Ausrichtungssignal. Wer eine allgemeine Startseite verlinkt, verschenkt Steuerung, die es sonst kaum gibt.

6. Pfleg genau ein aktives Conversion-Ereignis

OpenAI empfiehlt in der Dokumentation, genau ein aktives Standard-Conversion-Ereignis zu führen. In unserem eigenen Konto war das keine Empfehlung, sondern eine Grenze: Wir haben am 3. September 2026 dreimal versucht, ein zweites Ereignis auf derselben Datenquelle anzulegen. Die Oberfläche meldete jedes Mal grün “Conversion-Ereignis erstellt” und zeigte den Code-Schnipsel. Entstanden ist nichts. Der Erfolgsmeldung im Ads Manager ist an dieser Stelle nicht zu trauen.

7. Miss den bezahlten gegen den organischen ChatGPT-Verkehr

Das ist die praktischste Methode in dieser Liste, weil sie ohne Branchen-Vergleichswerte auskommt. Ein Softwareanbieter aus Grossbritannien hat auf derselben Seite zwei Datenströme aus derselben Quelle verglichen: Der organische ChatGPT-Verweisverkehr konvertierte bei 4.2 Prozent, der bezahlte bei 0.46 Prozent. Gleiches Produkt, gleiche Botschaft. (Andy Brice, successfulsoftware.net, Grossbritannien, 2. September 2026.)

Für einen Schweizer Test ist das heute der einzige Vergleichsmassstab, den es überhaupt geben kann. Du brauchst dafür keine fremden Zahlen, nur deine eigenen zwei Ströme.

Den Klickpreis bei ChatGPT Ads gibt es nicht

Drei offengelegte Konten, drei Klickpreise:

KontoMarkt und BrancheZeitraumKlickpreis
Opascopenicht angegeben15 Tage, ab 15. Juni 2026rund USD 1.72
Grow My AdsUSA, B2B-Dienstleistungzwei Wochen, 3. August 2026rund USD 13
Andy BriceGrossbritannien, Software5. bis 28. August 2026GBP 0.10

Zwischen dem tiefsten und dem höchsten Wert liegt Faktor 130. Es gibt keinen “Klickpreis bei ChatGPT Ads”, es gibt drei Konten mit drei Ergebnissen.

Der Wert USD 1.72 wird seit Monaten überall zitiert. Er stammt aus einem einzigen Konto, und der Autor schränkt selbst ein: Das seien “early-mover economics” bei dünnem Wettbewerb und billigem Inventar, und die Zahlen seien dazu da, das eigene Konto zu prüfen, nicht um es vorherzusagen. Wer diese Zahl in drei Blogs liest, hat sie einmal gelesen.

Interessanter als der Preis ist, was die Klicks getragen haben. Die US-Agentur bewarb ihre eigene Google-Ads-Dienstleistung, gab rund USD 1’200 aus, bekam 92 Klicks und null Conversions. Ihr Fazit zum Kanal für B2B-Werbetreibende: “For most B2B advertisers, no.” Der britische Softwareanbieter bekam für GBP 289.52 immerhin 2’988 Klicks und 14 Installationen, bei einer Absprungrate von 69 Prozent und einer durchschnittlichen Verweildauer von 7 Sekunden.

Die beiden Berichte widersprechen sich beim Preis massiv und stimmen im Ergebnis überein: Die Klicks trugen nicht.

Für wen der Kanal heute passt

Es gibt keine belastbare Eignungsstudie. Was folgt, ist unsere Einordnung aus den Belegen oben, kein Beleg für sich.

Der Kanal passt eher, wenn drei Dinge zusammenkommen. Dein Angebot richtet sich an Privatpersonen oder Kleinstbetriebe, also an Menschen, die ChatGPT eher gratis nutzen. Die Kaufentscheidung fällt schnell. Und du hast Budget, das lernen darf, zusätzlich zu dem, was heute läuft.

Der Kanal passt erkennbar nicht, wenn eines davon zutrifft:

  • Du verkaufst B2B-Dienstleistungen an Entscheidende. Die sitzen häufig in bezahlten Tarifen und sehen keine Werbung.
  • Dir ist wichtig, neben welchen Themen deine Marke erscheint. Umfeldausschlüsse gibt es nicht.
  • Deine Messung steht noch nicht.
  • Du müsstest das Budget aus einem Kanal abziehen, in dem du den Preis pro Anfrage kennst.
  • Du bietest Finanz-, Gesundheits- oder Rechtsdienstleistungen an. Für die lässt OpenAI ausserhalb der USA keine Werbung zu.

Welche Vorbereitung ein Test bei uns braucht, steht auf der Seite zu ChatGPT Ads.

Werbung in ChatGPT ist nicht dasselbe wie zitiert werden

Diese beiden Themen werden ständig verwechselt, und eine einzige Zahl trennt sie schärfer als jede Erklärung.

In der SE-Ranking-Studie wurde der Werbetreibende in 96.37 Prozent der Platzierungen in der Antwort selbst nicht zitiert. Bezahlen bringt dir den Werbeplatz unter der Antwort. Es bringt dir nicht die Nennung in der Antwort.

Wenn deine eigentliche Frage also lautet, wie du in ChatGPT-Antworten vorkommst, dann ist das eine andere Aufgabe. Wie sie bei uns selbst ausgegangen ist, steht im Beitrag warum Google AI Mode uns 26 Mal zitiert und ChatGPT kein einziges Mal.

Aus derselben Studie noch zwei Zahlen zur Einordnung, Markt USA: Werbung erschien bei 25.94 Prozent aller kommerziellen Prompts. Und 14.35 Prozent der Anzeigen passten semantisch nicht zum auslösenden Prompt, also etwa jede siebte. Die Autoren nennen ihre Erhebung ausdrücklich eine Momentaufnahme.

Was wir selbst gemessen haben

Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Wir haben in diesem Kanal noch nie eine Anzeige ausgeliefert, weder für uns noch für Kundschaft.

Unser Werbekonto ist seit dem 20. August 2026 geprüft und freigegeben. Am 4. September 2026 standen darin zwei Kampagnen, zwei Anzeigengruppen und zwei geprüfte Anzeigen, alle pausiert. Ausgespielte Einblendungen: null.

Was wir haben, ist ein Konto in Betrieb, mit gesetztem Pixel und angeschlossener Conversions-Anbindung. Alle Messwerte in diesem Beitrag, die mit einem Datum von uns stehen, stammen daraus. Das ist Handwerk, kein Ergebnis. Ein Ergebnis wäre eine ausgespielte Kampagne mit Zahlen dahinter, und die haben wir nicht.

Was wir noch nicht wissen

Diese Liste gehört zum Bild dazu. Wir füllen sie nicht mit Formulierungen.

  • Wie viele Menschen in der Schweiz ChatGPT nutzen und welcher Anteil auf Free oder Go sitzt.
  • Was ein Klick in der Schweiz kostet. Diese Zahl hat niemand, wir auch nicht.
  • Ob die kantonale Ausrichtung die Ausspielung tatsächlich einschränkt.
  • Ob und wie die Sprache in die Anzeigenauswahl einfliesst.
  • Wie ChatGPT Ads in der Schweiz mehrwertsteuerlich abgerechnet wird.
  • Ob und wann OpenAI die Sperre für Finanz-, Gesundheits- und Rechtsdienstleistungen ausserhalb der USA lockert. Die Richtlinien nennen sie als Kategorien, die schrittweise eingeführt werden. Ein Datum steht nirgends.
  • Welchen Bildbedarf eine Anzeigenkarte hat. Eine veröffentlichte Spezifikation für Abmessungen, Seitenverhältnis oder Dateigrösse gibt es nicht.
  • Ob und wann die Personalisierung in der Schweiz kommt. OpenAI schreibt “not yet available”, ein Datum nennt niemand.

Was wir ergänzen, sobald wir mehr getestet haben

Dieser Beitrag beschreibt einen Zustand, keine Eigenschaft. Vieles davon kann in wenigen Wochen anders sein.

Deshalb steht das Standdatum oben und hier nochmals: 5. September 2026. Wir prüfen den Beitrag nach und schreiben das Datum der Prüfung dazu.

Ergänzt wird er in zwei Schritten, und wir schreiben jeweils dazu, welcher es war:

  1. Aus unserem eigenen Konto. Sobald wir eine eigene Kampagne ausgespielt haben, ergänzen wir unseren Schweizer Klickpreis, die Ausspielung und was die Klicks getragen haben. Das ist dann eine Erfahrung mit dem eigenen Angebot, keine Kundenerfahrung.
  2. Aus Kundenkampagnen. Sobald wir für Kundschaft in diesem Kanal gearbeitet haben, ergänzen wir, was sich über Branchen und Angebote hinweg gezeigt hat. Anonymisiert, und Zahlen nur dort, wo die Fallzahl sie trägt.

Bis dahin gilt der Satz, der oben schon steht: Alles Belegte in diesem Beitrag kommt aus dem Ausland. Nimm es als Richtung, nicht als Erwartung für dein Konto.

Häufige Fragen

Was ist ChatGPT Ads?

ChatGPT Ads ist die Werbeplattform von OpenAI. Eine Anzeige erscheint als gesponserte Karte unter einer Antwort in ChatGPT, mit Titel, kurzem Text, Bild und Link auf deine Seite. Pro Antwort erscheint genau eine Karte. In der Schweiz werden die Anzeigen seit dem 24. August 2026 ausgespielt, seit dem 31. August 2026 lassen sie sich im Self-Service buchen.

Wer sieht Werbung in ChatGPT?

Nur Nutzerinnen und Nutzer der Tarife Free und Go. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei, Minderjährige sehen keine Werbung. ChatGPT Go kostet USD 8 im Monat. Das ist die härteste Einschränkung des Kanals: Wer beruflich mit ChatGPT arbeitet, sitzt häufig in einem bezahlten Tarif und ist damit nicht erreichbar.

Gibt es bei ChatGPT Ads Keywords?

Nein. Statt Suchbegriffen gibt es Kontexthinweise auf Ebene der Anzeigengruppe. OpenAI beschreibt sie als freie Text-Hinweise auf Zielgruppe oder Platzierung, in der Dokumentation stehen Beispiele wie productivity oder team collaboration. Es gibt entsprechend auch keine Match Types und keinen Suchanfragenbericht. Negative Keywords und Themenausschlüsse gibt es ebenfalls nicht.

Was kostet ChatGPT Ads in der Schweiz mindestens?

Das Mindest-Tagesbudget liegt bei CHF 20 pro Tag und Kampagne. Wir haben das am 5. September 2026 gemessen: Jeder tiefere Wert wird abgewiesen. OpenAI veröffentlicht den Betrag inzwischen auch selbst, in einer Tabelle mit 21 Währungen. Ein Schweizer Werbekonto bestätigte denselben Wert am 1. September 2026. Beim Lebenszeitbudget gilt diese Grenze nicht, dort liegt die Untergrenze bei einem Franken. Was ein Klick in der Schweiz kostet, weiss heute niemand.

Zahlt man bei ChatGPT Ads pro Klick oder pro Abschluss?

Pro Klick. Es gibt drei Gebotsarten: pro tausend Einblendungen, pro Klick und conversion-optimiert. Auch die conversion-optimierte Variante rechnet pro gültigem Klick ab, OpenAI schreibt dazu wörtlich per valid click, not per conversion. Das CPA-Gebot ist ein Steuerungswert für die Optimierung, keine Abrechnungsgrösse. Das Ausfallrisiko liegt beim Werbetreibenden.

Kann man in der Schweiz eigene Zielgruppen hochladen?

Nein. OpenAI schreibt in der Dokumentation, dass Custom Audiences für Kampagnen mit Zielgebiet EWR oder Schweiz nicht unterstützt werden, weil dort noch keine personalisierten Anzeigen verfügbar sind. Der Schweizer Ads Manager zeigt denselben Hinweis. OpenAI formuliert die Sperre als vorläufig. Käme die Personalisierung, bräuchte sie eine gesonderte Einwilligung der nutzenden Person.

Für welche Branchen ist ChatGPT Ads gesperrt?

Politische Werbung ist weltweit gesperrt. Ausserhalb der USA kommen drei Dienstleistungen dazu: Finanz, Gesundheit und Recht. OpenAI schreibt in den Werberichtlinien in der Fassung vom 31. August 2026, Anzeigen für Finanz- und Gesundheitsdienstleistungen ausserhalb der USA seien grundsätzlich untersagt und Anzeigen für Rechtsdienstleistungen derzeit untersagt. Gesperrt ist dabei die Dienstleistung, nicht die Nachbarschaft: Finanzsoftware und Budget-Apps sind erlaubt, eine Bank nicht. Eine Branchenauswahl gibt es im Werbekonto nirgends. OpenAI ordnet die Kampagne erst bei der Prüfung von Anzeige, Text und Zielseite ein. Gemerkt wird es also bei der Ablehnung, nicht beim Anlegen.

Lohnt sich der Kanal für dich?

Wir haben beide Schnittstellen von ChatGPT Ads selbst angefasst und das Konto in Betrieb genommen. Auf der Leistungsseite steht, was wir gemessen haben, was ein Test kostet und woran er als gescheitert gilt.

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