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GEO in der Praxis: Warum Google AI Mode uns 26 Mal zitiert und ChatGPT kein einziges Mal

Profilfoto von Janick Rolli – Autor
Janick Rolli
· · 17 Min. Lesezeit
Das digital M.onster zwischen zwei Suchfenstern: bei Google AI Mode wird es zitiert, bei ChatGPT fehlt es
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Ein Report, zwei Welten

Mitte Juli haben wir einen externen Sistrix-Report über unsere eigene Website laufen lassen. Eine Zahl darin hat uns kurz sehr gefreut und dann ziemlich beschäftigt: Google AI Mode zitiert digitalm.ch 26 Mal als Quelle. ChatGPT zitiert uns exakt null Mal. Gleiche Website, gleicher Content, gleiche Woche (eigene Messung via Sistrix, Juli 2026).

Wir schreiben seit Monaten über AI-SEO, haben einen ausführlichen Guide dazu publiziert und die eigenen Hausaufgaben grösstenteils gemacht. Und trotzdem kamen wir in diesem Report im meistgenutzten KI-Dienst der Schweiz nicht als Quelle vor. Hier steht, was wir im Juli daraus schlossen, was davon falsch war und was wir im Oktober sehen. Mit Zahlen aus unserem eigenen Setup, jeweils mit Quelle und Zeitraum.

Erschienen am 16. Juli 2026, korrigiert und ergänzt am 14. Oktober 2026. Mehrere Aussagen der ersten Fassung waren falsch. Wir haben sie direkt im Text ersetzt:

  • ChatGPT sucht nicht einfach über den Bing-Index. Für ChatGPT ist Bing einer von mehreren Wegen.
  • Wir schrieben, wir hätten Bing Webmaster Tools nie eingerichtet und keine Sitemap eingereicht. Die Sitemap lag dort seit dem 7. April 2026.
  • Wir schrieben, IndexNow sei nie aktiviert gewesen. Es lief über Cloudflare seit dem 20. November 2025.

Gestrichen haben wir ausserdem Wirkungen, die wir nicht belegen können. Neu ist der Abschnitt Was wir im Oktober 2026 sehen.

Kurz: Worum es bei GEO geht

GEO steht für Generative Engine Optimization. Gemeint sind alle Massnahmen, mit denen deine Inhalte in KI-Antworten als Quelle auftauchen sollen. SEO zielt darauf, dass du rankst. GEO zielt darauf, dass du zitiert wirst. Für die Google-Suche ist das laut Google dasselbe, nämlich SEO (Google Search Central, Stand 10. Juli 2026).

Warum das Thema trotzdem zählt, zeigen zwei Zahlen aus den USA. Laut SparkToro und Similarweb endeten 2026 bereits über 68 Prozent der US-Google-Suchen ohne einen einzigen Klick (SparkToro/Similarweb, Studie 2026). Und selbst wer auf Position 1 rankt, verliert 58 Prozent seiner Klicks, sobald eine AI Overview darüber steht (Ahrefs, Messung Dezember 2025).

In der Schweiz nutzen 80 Prozent der 15- bis 75-Jährigen KI. ChatGPT allein nutzen 67 Prozent (IGEM-Digimonitor 2026, Befragung März bis April 2026). Bei uns stammen trotzdem nur 9,3 Prozent der Impressionen in der Google-Suche aus KI-Funktionen (Search Console, 21. Juni bis 20. September 2026). Und wer in einer KI-Antwort zitiert wird, bekommt damit noch keinen Besuch. Mehr dazu weiter unten.

Die komplette Anleitung mit Checkliste, Code-Snippets und Tracking-Setup findest du in unserem AI-SEO-Guide. Hier geht es um etwas anderes: um das, was zwischen Anleitung und Realität passiert, wenn man es selbst umsetzt.

Was wir bis Juli umgesetzt hatten

Bis Juli hatten wir vier Massnahmen umgesetzt. Im Juli haben wir die 26 Zitierungen im Google AI Mode diesen Massnahmen zugeschrieben. Das war voreilig. Im selben Zeitraum liefen der Relaunch unserer Website und häufigeres Publizieren. Welche Massnahme gewirkt hat, wissen wir nicht.

  • TLDR-Blöcke am Anfang jedes Blogposts und Guides. Vier bis fünf Sätze fassen den Beitrag direkt unter dem Titel zusammen. Das hilft beim Überfliegen. Dass es Zitate bringt, ist nicht belegt.
  • FAQ-Schema flächendeckend. Jede wichtige Seite beantwortet die häufigsten Fragen auch als maschinenlesbares FAQPage-Markup. Google braucht für seine KI-Funktionen laut eigener Doku kein spezielles Schema. Dass neues Schema Zitate bringt, ist nicht belegt.
  • llms.txt und llms-full.txt. Eine kompakte Karte unserer Website für KI-Systeme. Die Google-Suche ignoriert solche Dateien, schreibt Google selbst. Für andere Systeme ist kein Nutzen belegt. Wir lassen die Dateien stehen. Sie entstehen automatisch und schaden laut Google nicht.
  • robots.txt offen für AI-Crawler. GPTBot, OAI-SearchBot, PerplexityBot und ClaudeBot dürfen bei uns explizit rein. Erlaubt heisst aber nicht durchgelassen. Was das bei uns bedeutet hat, steht weiter unten.

Google AI Mode stützt sich auf die Google-Suche. Wie wir dort im Juli dastanden, zeigen am ehesten die Klicks. In den drei Monaten vor diesem Beitrag kamen 215 Klicks aus der Google-Suche (Search Console, 15. April bis 13. Juli 2026). Die Impressionen taugen bei uns nicht als Massstab. Viele davon lösen Maschinen aus, etwa Werkzeuge zur Ranking-Messung und KI-Systeme. Ob Google uns wegen dieser Basis auch in der KI zitiert, ist nicht belegt.

Was wir im Juli als Lücke beschrieben haben

ChatGPT wählt seine Quellen anders aus als Google. Das zeigt auch eine Anbieterstudie von Sistrix über rund 2’500 Onlineshops in Deutschland. Die Übereinstimmung zwischen ChatGPT und den Google-Systemen lag dort nur bei 0,45 bis 0,49. AI Overviews und AI Mode lagen untereinander bei 0,86 (Sistrix, veröffentlicht am 1. September 2026, ohne Angabe des Messzeitraums). Im Juli haben wir dafür zwei Gründe genannt. Beide müssen wir heute einschränken.

Erstens: Bing ist für ChatGPT nur einer von mehreren Wegen. Im Juli stand hier, ChatGPT suche über den Bing-Index. Das stimmt so nicht. OpenAI holt Seiten für die ChatGPT-Suche mit dem eigenen Crawler OAI-SearchBot (OpenAI). Laut OpenAI arbeitet die ChatGPT-Suche «sometimes» mit anderen Suchanbietern zusammen (OpenAI-Hilfe, gelesen am 2. Oktober 2026). Jordi Ribas leitet bei Microsoft Suche und KI. Er sagt, ChatGPT nutze Bing «for some of its web answers» (Search Engine Land, 2. Juni 2026). Für Microsoft Copilot ist der Bing-Index dagegen die Grundlage. Einen eigenen Crawler für Copilot betreibt Microsoft nicht.

Unsere Website war im Juli im Bing-Index vorhanden, das hatten wir per Stichprobe über 25 URLs geprüft. Falsch war der Rest des Absatzes. Wir schrieben, wir hätten Bing Webmaster Tools nie verifiziert, keine Sitemap eingereicht und IndexNow nie aktiviert. Tatsächlich lag unsere Sitemap seit dem 7. April 2026 bei Bing. IndexNow lief über die Integration von Cloudflare seit dem 20. November 2025. Gemeldet hat es allerdings nur alte Dateien aus der WordPress-Zeit, zuletzt am 22. März 2026 (Bing Webmaster Tools und Cloudflare, gelesen am 2. Oktober 2026). Wir hatten die Werkzeuge also schon. Beim Schreiben wussten wir das nicht.

Zweitens: Wie stark Dritt-Quellen zählen, ist offen. Im Juli schrieben wir, ChatGPT vertraue Dritt-Quellen mehr als deiner eigenen Website. Gestützt haben wir uns auf eine Anbieterstudie von AirOps. Danach werden Marken in KI-Antworten 6,5-mal häufiger über Drittseiten zitiert als über die eigene Domain (AirOps, 2025, Auswertung von 21’311 Markennennungen in GPT-5, Claude und Perplexity). Eine Anbieterstudie von blinq zeichnet ein anderes Bild. Sie wertete 250’000 Antworten von ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity aus, von Januar bis Juni 2026. Dort stammten 66,2 Prozent der zitierten Quellen von eigenen Websites und Blogs der Firmen (blinq bei OMR, 20. Juli 2026). Wikipedia macht laut einer dritten Anbieterstudie rund 7,8 Prozent aller ChatGPT-Zitate aus (Profound, 2025). Zwischen Erwähnungen auf fremden Seiten und Zitaten gibt es Korrelationen. Einen Test, der die Ursache zeigt, haben wir nicht gefunden.

Wir hatten im Mai eine Liste mit den wichtigsten Verzeichnis-Einträgen erstellt, inklusive Wikidata und Crunchbase. Umgesetzt haben wir davon bis Juli weniger als die Hälfte. Einen Wikidata-Eintrag gab es im Juli nicht, ein Crunchbase-Profil auch nicht. Wir nannten die beiden Plattformen damals den grössten Hebel für KI-Sichtbarkeit. Dafür hatten wir keine Quelle.

So haben wir das Ergebnis im Juli erklärt. Google kennt digital M. über die eigenen Seiten und zitiert uns. ChatGPT findet keine bestätigenden Dritt-Quellen und zitiert uns nicht. Das war eine Vermutung, kein Befund.

Was wir im Juli geplant haben

Aus dem Befund wurde im Juli ein Plan mit fünf Schritten. Zwei davon waren schon erledigt, ohne dass wir es wussten. Wo alle fünf heute stehen, steht im nächsten Abschnitt.

  1. Bing Webmaster Tools verifizieren und die Sitemap einreichen. Das war schon erledigt. Die Sitemap lag seit dem 7. April 2026 bei Bing.
  2. IndexNow aktivieren. Der Schalter bei Cloudflare war seit dem 20. November 2025 an. Neue Seiten hat er aber nicht gemeldet, nur alte Dateien aus der WordPress-Zeit.
  3. Einträge bei Wikidata, Crunchbase und in Verzeichnissen anlegen. Wichtig bleibt, dass überall dieselben Firmendaten stehen wie auf der Website und im Google-Unternehmensprofil. Dass solche Einträge Zitate bringen, ist nicht belegt.
  4. Zahlen in unseren wichtigsten Inhalten mit Quelle und Jahr belegen. Begründet haben wir das mit der GEO-Studie von Princeton (Aggarwal et al., KDD 2024). Sie fand im Versuch bis zu 40 Prozent mehr Sichtbarkeit durch Quellenangaben, Zitate und Statistiken. Wie weit das trägt, steht unter Was die Forschung heute sagt.
  5. Beiträge frisch halten und ein Stand-Datum zeigen. Im Labor half ein aktuelles Datum deutlich. Ob KI-Systeme es im Alltag genauso belohnen, ist offen.

Was wir im Oktober 2026 sehen

Die angekündigte zweite Sistrix-Messung liegt nicht vor. Dafür zeigen die Plattformen selbst heute mehr als im Juli. Copilot zitiert uns oft, messbare Besuche aus KI-Diensten bleiben selten. Alle Angaben in diesem Abschnitt haben den Stand vom 14. Oktober 2026, ausser es steht ein anderes Datum dabei.

Wo die fünf Schritte stehen

  1. Bing. Die Sitemap liegt seit dem 7. April 2026 bei Bing. Die letzte Meldung an Bing über IndexNow ging am 16. Juli 2026 raus, mit fünf Adressen. Seither haben 165 von 180 Adressen in unserer Sitemap ein neueres Änderungsdatum (gemessen am 2. Oktober 2026).
  2. IndexNow. Eine automatische Meldung nach jeder Änderung an der Website fehlt noch. Bing schreibt selbst, dass IndexNow keine Aufnahme in den Index garantiert. Dass Meldungen zu mehr Zitaten führen, ist nicht belegt.
  3. Wikidata. Einen Eintrag für digital M. gibt es noch nicht. Gesucht haben wir am 14. Oktober 2026 über die Schnittstelle von Wikidata, nach Name und nach Website.
  4. Belegte Zahlen. Wir belegen Zahlen weiter mit Quelle und Datum. Belegte Aussagen wirkten im Experiment für die SIGIR 2026 in vier von sechs Modellen. Der Hauptgrund bleibt aber, dass du die Zahlen nachprüfen kannst.
  5. Stand-Datum. Dieser Beitrag trägt jetzt oben ein sichtbares Änderungsdatum.

Was die Plattformen zeigen

Bing. Copilot hat digitalm.ch vom 2. April bis 28. September 2026 1’310-mal zitiert. Im selben Zeitraum zählte Google Analytics 22 Besuche aus allen KI-Assistenten zusammen, keinen erkennbar aus Copilot. Die Zitate zeigt der Bericht AI Performance in Bing Webmaster Tools, den es seit Februar 2026 gibt. Gelesen haben wir ihn am 2. Oktober 2026. Er läuft nur in der Oberfläche, eine Schnittstelle fehlt. Ob er neben Copilot auch ChatGPT abdeckt, sagt Microsoft nicht.

Google. Die Search Console hat seit Juni 2026 einen Bericht zu generativer KI. Er zeigt Impressionen aus AI Overviews und AI Mode, aber keine Klicks und keine Suchanfragen. Auch ihn gibt es nur in der Oberfläche. Seit dem 31. August 2026 hat jede Property zudem einen neuen Schalter. Er nimmt die Website aus AI Overviews und AI Mode. Standard ist Einschliessen, so steht er auch bei uns (gelesen am 2. Oktober 2026).

Lange Suchanfragen. Vom 14. Juli bis 11. Oktober 2026 zeigt die Search Console 522 Suchanfragen mit über 80 Zeichen. Zusammen holten sie 10’274 Impressionen und keinen einzigen Klick. 396 davon enthalten ein Fragezeichen. Wir halten die meisten davon für Prompts, die über KI-Systeme in die Suche gelangen. Das ist eine Einordnung, kein Beleg. Gefiltert haben wir nur nach der Länge, darunter sind auch Artefakte.

Klicks aus der Google-Suche. Vom 14. Juli bis 11. Oktober 2026 kamen 330 Klicks. In den drei Monaten davor waren es 215 (Search Console, abgefragt am 14. Oktober 2026). Was dazu beigetragen hat, wissen wir nicht.

Zitiert heisst nicht besucht

Ein Zitat ist noch kein Besuch. Den 1’310 Copilot-Zitaten stehen 22 gemessene Besuche aus allen KI-Assistenten gegenüber. 18 davon kamen aus ChatGPT, 3 aus Gemini und 1 aus Perplexity. Aus Copilot war keiner erkennbar. Klicks auf unsere eigenen Anzeigen in ChatGPT sind nicht mitgezählt (Google Analytics, 2. April bis 28. September 2026, abgefragt am 14. Oktober 2026).

Die echte Zahl der Besuche liegt höher. Google Analytics zählt nur Besuche mit Einwilligung zur Analyse. Klicks ohne Herkunftsangabe erscheinen als direkte Zugriffe. Und ein Klick aus Copilot in der Bing-Suche sieht aus wie einer aus der normalen Bing-Suche. Wie viele Besuche so verborgen bleiben, können wir nicht messen.

Das Muster kennen wir seit August 2026. Viele Zitate, wenige messbare Besuche. Sichtbarkeit in KI-Antworten ist deshalb kein Mass für Anfragen.

Was die Forschung heute sagt

Google. Laut Google helfen llms.txt-Dateien nicht und schaden nicht, weil die Google-Suche sie ignoriert. Inhalte in kleine Stücke zu zerlegen, braucht es nicht. Spezielles Schema auch nicht. Für Google bleibt es «still SEO» (Google Search Central, Stand 10. Juli 2026, nachgelesen am 14. Oktober 2026).

Formatierung und Schema. Ein kontrolliertes Experiment dazu erschien an der Konferenz SIGIR 2026. In 252’000 Durchläufen mit sechs Sprachmodellen wurden jeweils zwei Quellen verglichen, die sich in einem Merkmal unterschieden (Vishwakarma et al., 25. Mai 2026). Reine Formatierung war in keinem der sechs Modelle signifikant. Ahrefs beobachtete 1’885 Seiten, die zwischen August 2025 und März 2026 JSON-LD ergänzt hatten, gegen 4’000 Vergleichsseiten. Bei ChatGPT stiegen die Zitate um 2,2 Prozent, im AI Mode um 2,4 Prozent, beides nicht signifikant. In AI Overviews sanken sie um 4,6 Prozent (Ahrefs, Anbieterstudie vom 11. Mai 2026). Eine Beobachtungsstudie wertete rund zwei Millionen KI-Zitate aus. Rechnete sie den Einfluss der Domain heraus, zeigten FAQ-Blöcke und strukturierte Daten keinen positiven Effekt mehr (Moore und Dunne, Anbieterstudie, 28. September 2026).

Was am besten belegt ist. Im SIGIR-Experiment zählte am stärksten, ob der Inhalt zum Thema passt und wie weit oben er in der Liste stand. In allen sechs Modellen half es auch, wenn ein Preis genannt war und das Datum aktuell. Belegte Aussagen wirkten in vier von sechs Modellen. Getestet wurde mit Produkten aus 50 Konsumkategorien, nicht mit Dienstleistungen. Nach unserer Durchsicht der Studien ist der Preis am breitesten gestützt, auch durch Untersuchungen mit anderem Aufbau. Ob das Datum ausserhalb des Labors genauso wirkt, ist offen.

Die Princeton-Zahlen. Die bis zu 40 Prozent aus der Princeton-Studie gelten laut einer Übersichtsarbeit nur in ihrem Versuchsaufbau. Dort lag die Quelle schon im Kontext des Modells. Über Auffindbarkeit und dauerhafte Besuche sagen sie nichts (Martinez, 15. Juli 2026).

Dritt-Quellen. Die Anbieterstudien von AirOps und blinq widersprechen sich, mehr dazu weiter oben. Dass Verzeichnisse bei Fragen nach Agenturen helfen, dafür haben wir keinen Beleg gefunden. Bei Ortsfragen von Endkund:innen ist local.ch dagegen häufig unter den Quellen. Das fand eine Anbieterstudie von Propus Codestudio mit 98 Deutschschweizer KMU (Netzwoche, 29. September 2026).

Warum die zweite Sistrix-Messung fehlt

Im Juli haben wir angekündigt, Mitte Oktober mit derselben Methode nochmals zu messen. Gleicher Sistrix-Report, gleiches Keyword-Set, dazu ein manueller Check direkt in ChatGPT. Diese zweite Messung liegt am 14. Oktober 2026 nicht vor.

Zählungen aus KI-Abfragen veröffentlichen wir nicht mehr als Messwert. Sie schwanken zu stark. Wer eine Frage fünfmal stellt, hat eine Unschärfe von rund plus minus 44 Prozentpunkten. Bei 50 Wiederholungen sind es noch rund 14 (Rechenmodell von iPullRank, 17. September 2026). Das gilt auch für die 26 und die null aus dem Juli. Sie sind eine Momentaufnahme. Deshalb stehen oben die Zahlen der Plattformen, jeweils mit Zeitraum.

Offen, Stand 14. Oktober 2026:

  • Die automatische Meldung an IndexNow nach jeder Änderung an der Website. Sie ist noch nicht gebaut.
  • Die Nachmessung bei Cloudflare, ob der PerplexityBot jetzt durchkommt. Sie ist bis zum 16. Oktober 2026 fällig.

Was du für dein KMU daraus lernen kannst

Unsere Geschichte ist kein Agentur-Spezialfall. Propus Codestudio stellte 98 Deutschschweizer KMU je sechs typische Kundenfragen, an ChatGPT, Perplexity, Gemini und Google AI. 63 Prozent der Firmen kamen in keiner einzigen Antwort vor (Netzwoche, 29. September 2026, Anbieterstudie, Momentaufnahme eines Tages). Fünf Dinge kannst du selbst prüfen.

Schau bei Bing vorbei, vor allem wegen Copilot. Copilot baut auf dem Bing-Index auf. In der Schweiz nutzen 30 Prozent der 15- bis 75-Jährigen Copilot (IGEM-Digimonitor 2026). Bing Webmaster Tools ist kostenlos. Dort siehst du, ob deine Seiten im Index sind. Der Bericht AI Performance zeigt dir zudem, welche Seiten Copilot zitiert. Für ChatGPT ist Bing nur einer von mehreren Wegen. Neue und geänderte Seiten meldest du über IndexNow. Eine Aufnahme garantiert das laut Bing nicht. Prüf im Bericht, ob deine Meldungen wirklich ankommen. Bei uns war der Schalter monatelang an, ohne dass eine neue Seite gemeldet wurde.

Prüf, ob die Crawler wirklich durchkommen. Erlaubt heisst nicht durchgelassen. Unsere robots.txt erlaubt den PerplexityBot ausdrücklich. Trotzdem hat ihn der Bot-Schutz von Cloudflare, Bot Fight Mode, vom 2. September bis 2. Oktober 2026 937-mal abgewiesen. In diesen 30 Tagen bekam der echte PerplexityBot keine einzige Seite von uns, nur die robots.txt. Seit dem 2. Oktober 2026 ist der Schalter aus. Ob der Bot jetzt durchkommt, messen wir bis zum 16. Oktober 2026 nach. Ob die echten Bots bei dir ankommen, zeigt nur die Auswertung deines Hosters oder eines Dienstes wie Cloudflare. Die robots.txt zeigt nur, was erlaubt ist.

Unterscheide auch die Bots von OpenAI. GPTBot sammelt Daten für das Training. OAI-SearchBot holt Seiten für die ChatGPT-Suche. Die beiden Einstellungen sind laut OpenAI unabhängig voneinander. Wer GPTBot sperrt, sperrt also nicht die Suche. Und wenn du deine Website neu aufbaust, leite jede alte Adresse dauerhaft weiter. Bei uns zeigte ein Teil der Copilot-Zitate von April bis Juni 2026 noch auf Adressen aus der WordPress-Zeit. Seit Juli kommt das nicht mehr vor.

Pflege deine Firmendaten auf fremden Seiten, aber bau nicht darauf. Dass Verzeichnisse bei Fragen nach Agenturen helfen, ist nicht belegt. Bei Ortsfragen von Endkund:innen taucht local.ch häufig als Quelle auf. Fragt jemand mit Ort nach einer Empfehlung, zeigt Google AI Mode oft Firmeneinträge aus Google Maps. Dort zählt dein Google-Unternehmensprofil. In einer US-Erhebung hing es stark am Ortsbezug der Frage, ob solche Einträge erschienen. Mehr Bewertungen brachten Fachdienstleistern dort keinen Vorteil (Local SEO Data, Anbieterstudie, Mai 2026). Kauf keine Einträge und keine Erwähnungen. Google zählt unechte Erwähnungen zu den Taktiken, die du ignorieren kannst. Halte deine Firmendaten überall gleich. Das empfiehlt auch Bing in seinen Webmaster-Richtlinien.

Schreib für Menschen und nenn Preis, Datum und Beleg im Satz. Formatierung bringt nach heutigem Stand keine zusätzlichen Zitate, neues Schema auch nicht. Am besten gestützt sind drei Dinge. Der Inhalt passt zur Frage. Ein Preis ist genannt. Die Aussagen sind belegt. Schreib deinen Preis, dein Stand-Datum und deine Belege deshalb als ganze Sätze in den Text. Getestet ist das allerdings mit Produkten, nicht mit Dienstleistungen. FAQ-Blöcke und Zusammenfassungen helfen deinen Leser:innen. Als Hebel für KI-Zitate sind sie nicht belegt.

Miss zuerst, gib erst danach Geld aus. Bing Webmaster Tools zeigt dir, welche Seiten Copilot zitiert. Die Search Console zeigt dir Impressionen aus AI Overviews und AI Mode. Sehr lange Suchanfragen in ganzen Sätzen sind dort oft Prompts. Prüf in der Search Console auch den Schalter für generative KI. Seit dem 31. August 2026 kann er eine Website aus AI Overviews und AI Mode nehmen, Standard ist Einschliessen. Stell zusätzlich ChatGPT, Perplexity und Google die zehn Fragen, die deine Kundschaft stellen würde. Stell jede Frage mehrmals, einmal mit Ort und einmal ohne. Notiere die Richtung, nicht die einzelne Zahl. Das kostet dich Zeit, aber kein Geld.

Ein Punkt, der beim Erscheinen dieses Beitrags noch nicht galt. Seit dem 31. August 2026 lässt sich Sichtbarkeit in ChatGPT auch kaufen. Das ist etwas anderes als eine Zitierung. Eine Anzeige erscheint als Karte unter der Antwort, nicht in ihr, und in der Schweiz hat der Kanal harte Grenzen. Wir haben ihn selbst angeschaut und aufgeschrieben, was Werbung in ChatGPT heute leisten kann und was nicht. Unsere eigene Testkampagne lief vom 5. September bis 4. Oktober 2026. Wir haben sie nach einem Monat gestoppt. Die Zahlen stehen im Beitrag ChatGPT Ads: Was belegt ist, was aus dem Ausland kommt und was niemand weiss. An den fünf Punkten oben ändert die Werbung nichts. Zitiert wirst du laut OpenAI weiterhin nur organisch. Anzeigen beeinflussen die Antworten nicht, schreibt OpenAI am 23. September 2026. Einen unabhängigen Test dazu kennen wir nicht.

Fazit: Wir haben es im Juli selbst falsch erklärt

Wenn du aus diesem Beitrag eine Sache mitnimmst, dann diese. Für die Google-Suche ist GEO laut Google selbst SEO. Für die übrigen Systeme ist vieles, was als GEO verkauft wird, nicht belegt. Das betrifft auch Massnahmen, die wir im Juli selbst empfohlen haben, etwa llms.txt, FAQ-Schema und Formatierung.

Die zweite Lehre ist unbequemer. Im Juli haben wir eine Lücke bei Bing beschrieben, die es so nicht gab. Die Sitemap lag dort seit April, und IndexNow war eingeschaltet. Beim Schreiben wussten wir das nicht. Wer über Messung schreibt, schaut zuerst in die eigenen Berichte. Das gilt für uns genauso wie für dich.

Die dritte Lehre betrifft das Messen. Ein Zitat ist kein Besuch, und eine einzelne Zählung ist kein Trend. Halte dich an die Zahlen der Plattformen, mit Zeitraum. Vergleiche Richtungen statt Einzelwerte.

Wenn du selbst loslegen willst, findest du die Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Checkliste und Code-Snippets in unserem AI-SEO-Guide 2026. Die offenen Punkte stehen oben mit Datum. Das Ergebnis der Nachmessung bei Cloudflare tragen wir hier nach.

Häufige Fragen

Was ist GEO (Generative Engine Optimization)?

GEO steht für Generative Engine Optimization. Gemeint sind Massnahmen, damit KI-Systeme wie ChatGPT, Copilot oder Google AI Mode deine Inhalte als Quelle nennen. SEO zielt auf Rankings, GEO auf Zitate. Für die Google-Suche ist GEO laut Google selbst SEO. Google braucht dafür weder llms.txt noch spezielles Schema (Google-Doku, Stand 10. Juli 2026). Für die übrigen Systeme ist wenig belegt. Am besten gestützt sind Themenpassung, ein genannter Preis und belegte Aussagen.

Warum zitiert ChatGPT eine Website nicht, obwohl Google AI Mode sie zitiert?

Weil die Systeme ihre Quellen verschieden auswählen. Sistrix hat dazu rund 2'500 Onlineshops in Deutschland ausgewertet. Die Übereinstimmung zwischen ChatGPT und den Google-Systemen lag nur bei 0,45 bis 0,49. AI Overviews und AI Mode lagen untereinander bei 0,86 (Anbieterstudie, veröffentlicht am 1. September 2026). Warum ChatGPT anders auswählt, ist nicht geklärt. Unsere Erklärung vom Juli mit Bing und Dritt-Quellen war zu einfach. Dazu kommt, dass einzelne Zählungen stark schwanken. Eine Null in einem einzelnen Lauf sagt wenig.

Welche Rolle spielt der Bing-Index für die ChatGPT-Sichtbarkeit?

Eine kleinere, als wir im Juli schrieben. ChatGPT holt Seiten mit dem eigenen Crawler OAI-SearchBot. Laut OpenAI arbeitet die ChatGPT-Suche «sometimes» mit anderen Suchanbietern zusammen. Jordi Ribas leitet bei Microsoft Suche und KI. Er sagt, ChatGPT nutze Bing für einen Teil der Antworten (Search Engine Land, 2. Juni 2026). Für Microsoft Copilot ist der Bing-Index dagegen die Grundlage. Bing Webmaster Tools zeigt dir kostenlos, ob deine Seiten dort sind. Der Bericht AI Performance zeigt seit Februar 2026, welche Seiten Copilot zitiert.

Was bringt ein Wikidata- oder Crunchbase-Eintrag für die KI-Sichtbarkeit?

Belegt ist dafür nichts. Im Juli nannten wir Wikidata und Crunchbase den grössten Hebel, ohne Quelle. In einer Anbieterstudie von blinq stammten 66,2 Prozent der zitierten Quellen von eigenen Websites und Blogs der Firmen (250'000 KI-Antworten, Januar bis Juni 2026). Dass Verzeichnisse bei Fragen nach Agenturen helfen, dafür haben wir keinen Beleg gefunden. Richtig bleibt, dass deine Firmendaten überall gleich lauten sollen. Das empfiehlt auch Bing in seinen Webmaster-Richtlinien. Einen Wikidata-Eintrag für digital M. gibt es noch nicht, Stand 14. Oktober 2026.

Was kann ein KMU aus dem Beispiel von digital M. lernen?

Fünf Dinge. Erstens lohnt sich Bing Webmaster Tools, vor allem wegen Copilot. Zweitens solltest du prüfen, ob die Crawler wirklich durchkommen. Bei uns hat der Bot-Schutz von Cloudflare den PerplexityBot einen Monat lang abgewiesen, obwohl die robots.txt ihn erlaubte. Drittens hältst du deine Firmendaten auf fremden Seiten gleich, ohne dir davon Zitate zu versprechen. Viertens gehören Preis, Datum und Belege als ganze Sätze in den Text. Formatierung und neues Schema bringen keine belegten Zitate. Fünftens misst du mit den Berichten von Bing und Google und stellst Fragen mehrmals.

Wie misst man, ob die eigene Website in KI-Antworten auftaucht?

Mit den Berichten der Plattformen, immer mit Zeitraum. Bing zeigt im Bericht AI Performance, wie oft Copilot deine Seiten zitiert. Die Search Console zeigt Impressionen aus AI Overviews und AI Mode, aber keine Klicks und keine Suchanfragen. Sehr lange Suchanfragen in ganzen Sätzen sind dort oft Prompts. GA4 zeigt Besuche von chatgpt.com oder perplexity.ai. Copilot war bei uns dort nicht erkennbar. Wer selbst in ChatGPT nachfragt, stellt jede Frage mehrmals, einmal mit und einmal ohne Ort. Einzelne Zählungen schwanken zu stark für einen Vergleich.

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